Nach Acht im Urwald: Kinder und Eltern entdecken das Leben im „Tiergarten“

Münster-Wolbeck. Unter Bäumen macht Biologie vielleicht doch mehr Spaß: Jedenfalls sind die fünf Kinder beim Gespräch mit André de Saint Paul rege dabei. Mit Fragen und auch Antworten.

Der Biologe mit Spezialisierung auf Ökologie führte am Samstagabend für den Naturschutzbund NABU durch den Tiergarten: „Nach 8 im Urwald von Münster“ startete an der Alverskirchener Straße. Doch zuerst blickte er in die Geschichte und damit auf die Wurzeln der Einzigartigkeit des größten zusammmenhängenden Waldes in Münster. 288 Hektar ist er groß – oder 576 Fußballfelder, rechnet ein Mädchen schnell aus. Und er ist ein Urwald, wurde nicht „verwüstet“ wie die von Siedlern durch Holzschlag und Schweine-Fütterung mit Eicheln intensiv genutzte Davert. Und deshalb gibt es hier auch eine besonders reiche Tierwelt. Eine Dame weist noch auf den neuen Film von Heinz Gallenkämper über den Tiergarten hin; der werde noch einmal gezeigt.

Ein kleiner Fußmarsch zwischen den Erklärungen wärmt die Gruppe wieder auf. An der Brücke über die Angel, wo bis zum 2. Weltkrieg die Badestelle war, kurz vor dem Schlaun’schen Haus, geht es um Fledermäuse: Die „Mops-Fledermaus“, einen „ziemlich langsamer Vertreter“, und die Ohren-Fledermaus, deren Ohren so lang sind wie ihr Körper. Im Mai werde es wohl eine Fledermaus-Führung vom NABU geben, erwähnt de Saint Paul.

Einige hundert Meter geht es um den größten Organismus – den Pilz. Der kann allein ein ganzes Waldgebiet bewohnen. Ein Organismus, von dem nur die „Blüten“ direkt sichtbar sind.

Zum Thema.:  Neue Einblicke in Wolbeck und seine Verkehrswege

Auch die Erwachsenen steuern Einiges bei, wenngleich sie bei de Saint Pauls Fragen den Kindern höflich den Vortritt lassen. So hat ein Anrainer der Angel gleich hinter dem Gartenzaun auch schon kleine Feuersalamander gesehen.

Nun geht es tiefer in den Lebensraum nicht nur der Pilze: Der Biologe hofft, Larven des Feuersalamanders zeigen zu können. Die Taschenlampen werden eingeschaltet, die Gruppe verschwindet langsam auf dem Weg ins Dunkle. Wer jetzt lauscht, kann das Leben im Tiergarten auch hören.

Bilder zur Exkursion in den Tiergarten

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