Myanmar, Seidestraße und das gemalte Vorübergehende

Anne Berlin, Uschi Dillmann und Wil Alberz im Gallitzinhaus bei der Vernissage zur Ausstellung 2017. Fotograf: A. Hasenkamp, Münster

Zuletzt aktualisiert 11. Oktober 2020.

Ausstellung mit Fotos und Skulpturen im Gallitzin-Haus in Angelmodde mit Anne Berlin und Wil Albertz

Münster-Angelmodde (von Andreas Hasenkamp) Zahlreich waren die Gäste der Vernissage der Ausstellung „Zauber zweier Welten“ im Gallitzin-Haus der Heimatfreunde Angelmodde am Sonntag.  Zweier Welten, denn hier stehen dreidimensionale Skulpturen neben formal betrachtet zweidimensionalen Fotografien.

Zugang zu Menschen in Asien: Anne Berlin

Anne Berlin mit Uschi Dillmann in der Ausstellung im Gallitzin-Haus im April 2017. Foto: A. Hasenkamp
Anne Berlin mit Uschi Dillmann in der Ausstellung im Gallitzin-Haus 2017. Foto: A. Hasenkamp

Für ihre Fotografien ist Anne Berlin aus Havixbeck in die Welt des buddhistisch geprägten Myanmar sowie der chinesischen Seidenstraße eingetaucht, landwirtschaftlich geprägt das eine, von wilder Landschaft das andere, hat Kontakte geknüpft zu Bauern und Nomaden, verschlungene Sprachwege über etwas eigenes Chinesisch und mehrstufiges Dolmetschen nicht gescheut und Zugang zu den Menschen gefunden, der sich in vielen der Fotografien spiegelt. „Asien war für mich schon immer ein Traum, schon als Kind. Inzwischen war ich achtmal in China.“ Sie war in diesen Welten, bei dadurch fast vertraut wirkenden Menschen. Und natürlich leben die Bilder vom exotischen Ambiente, ergänzt und getragen von der bewussten Komposition und Linienführung.

„Es ist wahnsinnig faszinierend, was diese Frau auf sich genommen hat, um uns diese Bilder zu zeigen.“

Uschi Dillmann

„Es ist wahnsinnig faszinierend, was diese Frau auf sich genommen hat, um uns diese Bilder zu zeigen“, kommentierte Uschi Dillmann, die Organisatorin. Sie freute sich, in ihrer nunmehr sechsten Ausstellung „etwas ganz Besonderes präsentieren zu können.“

Skulpturen zum Umwandern: Wil Albertz

Leitende Linien bieten auch die Skulpturen von Wil Albertz. Sie führen entlang sich windender Kanten hinein in die durchbrochene Struktur, begleitet von zarten Verläufen vom Licht in Schatten, um an anderer Stelle wieder hervorzutreten – wer mag, kann diese Linien rundherum verfolgen, denn die Skulpturen lassen sich umwandern. Darin liegt, wie Albertz es ausdrückt, „eine Anmutung des Vorübergehenden und von Bewegung“. Normale Skulpturen hätten „eine geschlossene Oberfläche“, seine „lassen den Raum in sich hinein“, wie Albertz sagte. Verfolgen lässt sich auch der eine oder andere Gedankengang, der von den poetischen Titeln der Werke das „tastende Auge“ zu ihren Formen führt: „Gefesselte Bewegung“, „Gesang des Fischers“, „Schöne Musikerin“, zum Beispiel. Albertz studierte Bildhauerei und Fotografie; er lebt bei Mönchengladbach.

Zu sehen ist der “Zauber zweier Welten” bis zum 28. Mai 20017 im Gallitzin-Haus am Angelmodder Weg 97. Die Künstler werden einige Male vor Ort sein.

Zu den Künstlern der Ausstellung

Diesmal kommen die Künstler aus Havixbeck und Mönchengladbach.

Anne Berlin

In der Ausstellung “Zauber zweier Welten” zeigt Anne Berlin Fotografien aus dem buddhistisch geprägten Myanmar sowie von der Chinesischen Seidenstraße. Mehrere ihrer Bilder haben Preise in nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen und erscheinen in bekannten Zeitschriften und Onlinemagazinen. Sie ist überzeugt, dass “mit offenen Augen und offenem Herzen der Natur zu begegnen, den besonderen Zauber einer Landschaft zu erleben, in eine andere Kultur einzutauchen, etwas ist, das uns verändern kann”.

Wil Albertz

Wil Albertz lebt und arbeitet in Wegberg bei Mönchengladbach. Seine Skulpturen stehen im Spannungsfeld poetischer und konstruktiver Gestaltungselemente. Vielfach variierte Formen und Strukturen und differenziert “modulierte” Oberflächen (Cezanne) erhalten im Zusammenspiel mit dem auf ihnen poetisch sich ereignenden Licht eine Anmutung des Vorübergehenden und von Bewegung.

Biographie Wil Albertz Link