Musikschulen und Westumgehung Thema des OB-Besuchs in Wolbeck

Zuletzt aktualisiert 12. Dezember 2015.

Münster-Wolbeck.- Im Spar-Prozess der Stadt Münster sind auch Musikschulen ein Punkt der Tagesordnung. Aber von einem Aus für die Musikschule Wolbeck zu sprechen, wie es im Radio gemeldet worden sein soll, das könne er nicht bestätigten. Das erklärte OB Dr. Berthold Tillmann bei einem Vortrag im Stadtteil Wolbeck in der Gaststätte Sültemeyer am Dienstagabend, dem 15.08.2007.

Erst Ende 2006 oder Anfang 2007 würden die Beschlüsse gefasst, die dann in den Haushalt für 2007 eingehen. Man sei also derzeit nicht in der Zone der Entscheidungen. Es werde bei den Musikschulen um das Maß ihrer arbeitsteiligen Zusammenarbeit gehen. Das hohe Niveau und auch das hohe Engagement der Bürger Münsters in diesem Bereich sei „natürlich mit einem hohen Zuschuss-Bedarf“ verbunden. Man werde darüber sprechen, was erhalten, was arbeitsteilig erledigt was weggelassen und was verteuert werden müsse. „Haben wir Rationalisierungs-Reserven?“, so Tillmann. Auf jeden Fall werde sich etwas tun.

Oberbürgermeister Berthold Tillmann Auf die von Dieter Horsch, dem Vorsitzenden der Wolbecker CDU-Ortsunion gestellte Frage nach der Unterstützung des Landes und der Stadt für die West-Umgehung oder andere Wolbecker Projekte ging Tillmann nicht ein. Er könne verstehen, dass die Entscheidung der Landwirtschaftskammer über das Gartenbauzentrum in Wolbeck „sehr weh tut“. Man falle aber dort „nicht ins Bodenlose“.

Nach der Notwendigkeit der externen Beratung durch Rödl und Partner befragt, erklärte Tillmann, er würde es wieder so machen. Den interkommunalen Vergleich hätte die Stadt  mit eigenen intern nicht vornehmen können.

„Unendlich dankbar“ sei er, Tillmann, für die Fragen, die Hein Hoebink aufwarf: Münster sei trotz mancher Auszeichnungen eben nicht Kulturhauptstadt geworden – das wäre aber der einzige Titelgewinn gewesen, der auch Geld gebracht hätte, so Hoebink. Ob es nicht generell in Münster an wirtschaftsintensiven Investitionen fehlte. Anbindung an Bahn- und Autobahnnetz sei unzureichend, bei der Autobahn habe Münster eine Schwäche bei der Ost-West-Verbindung.

In seinen Antworten beschränkte sich Tillmann bei der Bahn-Anbindung auf die Frage der Umgestaltung des Bahnhofs. Die Ost-West-Verbindung sei „in den 50er und 60er Jahren verbaselt worden.“ Julius Roberg, damals im Rat der Stadt, erklärte, die Hiltruper Lobby habe ein entsprechendes Projekt verhindert. Beide Politiker bewerteten dies als, so Tillmann, „eine der größten kommunalpolitischen Fehlentscheidungen in Münster.“

Man müsse über die Stadtgrenzen hinaus denken und dürfe in Nordrhein-Westfalen nicht die folgende Arbeitsteilung zulassen: Das Rhein-Gebiet hat die Wertschöpfung, das Ruhrgebiet die Subventionen und Westfalen Pättkes-Fahrten und die Kühe auf der Weide. Das sei auch beim gescheiterten Projekt eines Parkhauses unter dem Ludgeri-Kreisel unterschätzt worden. Selten habe ihm, Tillmann, „eine kommunalpolitische Entscheidung so weh getan wie diese.“

Robergs Mahnung, der Ernst der Lage komme in der Öffentlichkeit nicht zum Ausdruck und sei „auch heute Abend nicht ausreichend kommuniziert“ worden, relativierte Tillmann. Man dürfe nicht nur Horror-Szenarien an die Wand malen.

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