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Musik macht Sinn – besonders im Stummfilm

Die Macht der Musik im Film zeigte Konzertpianist Stefan Schirjajew in der Gaststätte Sültemeyer auf.

Die Macht der Musik im Film zeigte Konzertpianist Stefan Schirjajew in der Gaststätte Sültemeyer auf.

Pianist Schirjajew demonstriert Wirkkraft von Tönen

Münster-Wolbeck. Bewegte Bilder ganz ohne Ton – das irritiert den Menschen. Das war eine von vielen Demonstration des Einflusses von Musik auf die Wirkung von Film, die am Donnerstag der Konzertpianist Stefan Schirjajew bei der Nachmittags-Veranstaltung des Vereines KulturVorOrt Wolbeck. Gibt es Ton, verändert er die Bilder, die im Kopf entstehen: Ist es ein idyllischer Spaziergang in der Natur oder schleicht hinter dem Mädchen ein Mörder heran? Testen konnte Schirjajew auch, ob ein Takt Filmmusik ausreicht, die Wolbecker Gäste erkennen zu lassen, welcher Film dazugehört: „Pink Panter“ – es funktionierte nicht nur bei diesem. „Herr der Ringe“ war hier nicht so bekannt, mehr „Fluch der Karibik“.

Die Musik wirkt nicht schlicht über Tonarten, zeigte der Pianist: Tonhöhe und Geschwindigkeit können die Wirkung von Dur und Moll überwältigen. Und mancher Klang passt überhaupt nicht zum Gesehenen, demonstrierte er. Stille werde in Filmen „sehr wenig verwendet“. Als Stummfilm-Vorführungen begannen, kam häufig ein improvisierender Pianist zum Einsatz – die Projektoren waren laut, die Säle mussten dunkel sein. Schirjajew schloss den Nachmittag mit dem Stummfilm „Nachbarschaft im Klinsch“ mit dem legendären Buster Keaton, ein Leckerbissen, filmisch und musikalisch.

„Die Macht der Musik“ ist Teil I einer angedachten Serie. Teil II umfasst einen mit Musik zu unterlegenden Stummfilm mit Buster Keaton, Teil III wäre ein Workshop, in dem Teilnehmer selbst Klang beisteuern.
Die Serie hatte Schirjajew andernorts durchgeführt– mit Erfolg, wie er sagt, 90 machten mit. In Wolbeck kamen nur fünf. Die waren allerdings sehr angetan.

Schriftführerin Gertrud Wohlthat begrüßte die Gäste in der Gaststätte Sültemeyer, der Vorsitzende Werner Rückamp wies auf einige der kommenden Veranstaltungen hin. Am 30.9. kommt Schirjajew mit einem Saxophonisten nach Wolbeck, für konzertante Einblicke in die Instrumente. Am 18.10. werde der Ringelnatz-Vortrag mit dem Ehepaar von Hagen nachgeholt, beim nächsten „KulturVorOrt am Nachmittag“.

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