„Musik kann nicht lügen“

Münster-Wolbeck. Leichtigkeit mit einem Schuss Melancholie prägte die Impressionen für Saxophon und Klavier, die im Wolbecker Drostenhof am Samstagabend des 19.05.2007  erklangen. Südeuropäische und lateinamerikanische Klänge, auch wenn der Förderkreis Drostenhof Künstler aus Weimar engagiert hatte.

Idil Ugur und Berndt KlinkeEine fröhliche Braziliera von Darius Milhaud aus „Scaramouche“, eine melancholische „Aria“ von Eugene Bozza – die Pianistin Idil Ugur und Saxophonist Berndt Klinke hielten dieses Versprechen von Vielseitigkeit mit konzentrierter Kunstfertigkeit ein. Wie mag man einen so getragen, langsamen Tango wie den von Isaac Albéniz wohl tanzen? So schwebend wie Ugur und Klinke ihn musizieren. Viele Werke erzählten Situationen und Geschichten: Bozzas „Tanz der Fräulein“, Jules Demersseman in seiner „Fantasie“, deren emporschraubendes Ende Klinke in größter Klarheit inszeniert, Debussys bekannter „Golliwoog’s Cake Walk“. Einen dialogischen Wechsel der Solisten lässt die „Pavane“ von Gabriel Fauré genießen. Stark südamerikanisch dann der zweite Teil mit Habaneras von Ravel und Gross, ergänzt von Charakterskizzen von Jacques Ibert: Die Führerin der goldenen Schildkröten, Der kleine weiße Esel, Im traurigen Haus.

Ugur und Klinke sind Absolventen der Weimarer Franz-Liszt-Musikhochschule.

Vita: Idil Ugur

Idil Ugur, geboren in Istanbul, erhielt früh ihre erste musikalische Ausbildung bei dem ungarischen Pianisten Jenö Nyary in Dortmund und an der Folkwang-Hochschule in Essen. 1990 bis 1995 absolvierte sie ihr Klavierstudium an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar. Parallel hierzu studierte sie die Fächer Kammermusik und künstlerische Liedgestaltung und ein Zusatzstudium im Fach Kulturmanagement. Als Stipendiatin besuchte sie Meisterkurse bei Prof. Detlef Kraus (Hamburg) und Prof. Norman Shetler (Wien) mit denen sie auch gemeinsam konzertierte.

Konzertreisen

Konzertreisen führten Idil Ugur u.a. nach Russland, England, Dänemark, Tschechien, Ungarn, Kroatien, Österreich, Frankreich, in die Türkei und in die Schweiz. 2003 konzertierte sie beim Internationalen Klaviersommer "Ein Flügel für Terezin" und 2005 in Genf bei "Prestige Artist". Darüber hinaus gründete sie 1999 eine Konzertreihe für Krebskranke Patienten und 2004 die "Arnstädter Serenadenkonzerte".

Wiener Schmäh und Lateinamerika: CD-Aufnahme für Eric Gross

Vor die Zugabe – Edward  Elgars „Liebesgruß“ – stellten Ugur und Klinke einen ihnen besonders verbundenen Komponisten, den in Australien lebenden Eric Gross. 1926 geboren, entkam der Wiener Jude als 12-Jähriger den Nationalsozialisten und gelangte über England und Irland nach Australien. Bei Reisen griff er auch weitere kulturelle Einflüsse auf; Lateinamerikanisches wohl bei einem Aufenthalt in Französisch Guayana, vermutete Ugur. Auch in Europa war der Professor später unterwegs und als in Weimar seine Stücke gespielt wurden, schloss er Bekanntschaft mit Ugur. Klinkes Diagnose, er verbinde Lateinamerikanisches mit Wiener Schmäh im besten Sinne und „Musik kann nicht lügen“, stimmte Gross zu. In Kürze spielen Ugur und Klinke für eine australische Firma Werke von Gross für eine CD ein.

Ugur kennt sich aus mit ehrwürdigen Gemäuern, in Thüringen konzertiert sie oft in Schlössern. In ihrer Heimat Westfalen, sie wuchs in Dülmen auf, hat sie noch einige Konzertstätten im Auge. Ugur und Klinke wohnen in Weimar.


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