Münstertafel in Wolbeck: Kirchengemeinden betreuen eine Ausgabestelle

Münster-Wolbeck. Der Lieferwagen der „Münstertafel“ kommt früh an diesem Mittwoch. Ohne Umschweife schleppen Robert Schleuter und seine Kollegen Jörg Sanner und Rainer Strohmeier Kartons und Kisten in das Evangelische Gemeindezentrum in der Dirk-von-Merveldt-Straße.

Er muss zügig weiter mit seinen Ehrenamtlichen, sagt Schleuter freundlich, aber bestimmt. Etwa 160 Mitarbeiter der Münstertafel versorgen 81 Ausgabestellen in Münster.

Aus Wolbeck hatten sich Bedürftige bei der Münstertafel gemeldet, die wandte sich  Ende August an die Helga Wemhöner, Pfarrerin der Kirchengemeinde. Sie betrachtete die Aktion als „einen wesentlichen Auftrag von Kirche und Kirchengemeinde“. Auch das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde, die Wolbeck, Angelmodde-Dorf und Albersloh betreut, habe „sofort Ja“ gesagt. Schnell wandten sich die Christen auch an die katholische Schwestergemeinde St. Nikolaus, „um zu sehen, ob wir das auf ökumenische Füße stellen können“. Der Pfarrgemeinderat stimmte zu. Beide Wolbecker Kirchengemeinden zogen mit und Wolbeck hat eine eigene Ausgabestelle.

Ausgabestelle im evangelischen Gemeindezentrum

Seit Mitte September besteht sie in einem Raum des evangelischen Gemeindezentrums. Jeden Mittwochmittag ist hier Ausgabe, wo sonst der Billard-Tisch steht oder nach dem Blutspenden gespeist wird.

Die Lebensmittel wurden gespendet. Ein Teil komme aus Überproduktion, bei anderen Sachen sei etwa „eine Packung angedellt“, so Wemhöner. Manches naht dem Verfallsdatum, einiges ist weit davon entfernt. Vieles stammt von großen Herstellern, Obst und Gemüse meist von Produzenten aus der Region. Das Angebot schwankt, nach Umfang und Art. Heute gibt es Salat und Möhren, Apfelsinen und Joghurt, Brot und Quark, tiefgekühlte Fertiggerichte und auch Schoko-Riegel liegen in Wannen auf dem Tisch. „Hier wird man ja bedient wie im Laden in den 50er Jahren“, meint eine Abholerin.

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Bedarf für Münstertafel vorhanden

„Der Bedarf ist da“, sagt Helga Wemhöner. Bis jetzt verzichtete man auf Werbung. Gleich zu Beginn waren es sechs, die sich hier versorgten, bald 20. „Das lief alles über Mund-Propaganda“, meint Kerstin Reverey vom Team der Helfer. Zu den 15 Freiwilligen zählen auch vier Männer. Einzelne holen ab, aber häufig stehen Familien dahinter. Gekoppelt ist der Anspruch an die Sozialhilfe; dazu werden bei der Anmeldung zunächst die Daten erfasst und abgeglichen. Jeder Abholer entrichtet einen kleinen Beitrag.

Die Menschen seien sehr dankbar, ist Wemhöners Erfahrung. Und viele schauten sich auch im Gemeindezentrum an und informieren sich über weitere Aktivitäten, freut sie sich.

Organisation der Münstertafel in Wolbeck

Die Organisation in Wolbeck trägt Presbyterin Henriette Hentrey, Ansprechpartnerin für St. Nikolaus ist Brigitte Heßling vom Caritas-Ausschuss.

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