Münstersche Geowissenschaftler vereinbaren deutsch-brasilianische Kooperationsprojekte für Schulen

Wissenschaftler des Instituts für Geoinformatik (ifgi) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) sind von einer zweiwöchigen Brasilientour zurückgekehrt – mit zahlreichen Konzepten und Ideen für deutsch-brasilianische Kooperationsprojekte im Bereich Schule und Bildung.

Das münstersche Team führte dazu Gespräche unter anderem mit Vertretern der brasilianischen Weltraumbehörde INPE und den Universitäten in Campinas und São Paulo und bot Workshops an Universitäten und Schulen an.

Der Besuch der brasilianischen Weltraumbehörde INPE in Campinas war ein Höhepunkt der Reise. Dort informierten der münstersche Doktorand Thomas Bartoschek und seine Mitarbeiter Henning Bredel und Philippe Rieffel brasilianische Wissenschaftler und Lehrer über Einsatzmöglichkeiten von Global Positioning System (GPS), Geoinformationssystemen und virtuellen Globen wie Google Earth im Bildungsbereich und schulten sie in deren Anwendung. Die Weltraumbehörde und das Institut für Geoinformatik unter Leitung von Prof. Dr. Werner Kuhn kooperieren seit Jahren erfolgreich miteinander und wollen diese Zusammenarbeit künftig auch stärker auf dem Gebiet der Lehre vertiefen. Unter anderem haben die Experten bereits die Erarbeitung gemeinsamer didaktischer Konzepte für den Einsatz von Geoinformationstechnologien in der Schul- und Hochschulbildung diskutiert.

Nach dem Besuch der Weltraumbehörde stand die Durchführung einer gemeinsamen Studie mit Vertretern der Universität Campinas zum räumlichen Lernen bei Kindern auf der Reiseagenda. Dazu stellten die Mitglieder der münsterschen Arbeitsgruppe Kindern der Grundschule "Padre Emílio Miotti" verschiedene Aufgaben, die sie mithilfe von sogenannten 100-Dollar-Laptops zu lösen hatten. Vergleichbare Projekte wurden bereits im vergangenen Jahr an Grundschulen in Münster und Ruanda durchgeführt und dienen einer vergleichenden Untersuchung im Rahmen des Projekts "GeospatialLearning@PrimarySchool". Dabei soll die interkulturell unterschiedliche Wahrnehmung räumlicher Probleme bei Kindern näher beleuchtet werden. Zugleich wollen die Wissenschaftler herausfinden, inwieweit Schüler gleichen Alters, jedoch vollkommen anderer kultureller Hintergründe, technische Hilfsmittel zur Lösung dieser Probleme einzusetzen verstehen.

Zum Abschluss der Brasilienreise führte das Team einen Projekttag an der Deutschen Schule "Colegio Visconde de Porto Seguro" in São Paolo zum Thema GPS und "OpenStreetMap" mit 40 Schülern der Oberstufe durch.

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