Münsters Politik und Wirtschaft im Mittelalter

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Münster. Seit dem Mittelalter gab es in Münster Spannungen zwischen der Stadt und den Fürstbischöfen. Zugleich blühte die Wirtschaft auf. Nun wird diese Zeit in der Schausammlung des Stadtmuseums Münsters neu präsentiert – multimedial und mit bisher nicht gezeigten archäologischen Funden.

Münster. Seit dem Mittelalter gab es in Münster Spannungen zwischen der Stadt und den Fürstbischöfen. Zugleich blühte die Wirtschaft auf. Nun wird diese Zeit in der Schausammlung des Stadtmuseums Münsters neu präsentiert – multimedial und mit bisher nicht gezeigten archäologischen Funden.

Das Bistum Münster bildete bis 1803 das größte kirchliche Territorium im damaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. "Steht Liudger als erster Bischof Münsters im vorherigen Raum der Schausammlung im Zentrum, wird im nun umgestalteten Kabinett Hermann II. von Katzenelnbogen als erster Fürstbischof vorgestellt", berichtet Museumsleiterin  Barbara Rommé.

Bestattet 1203 in Kloster Marienfeld, war er sowohl geistlicher als auch weltlicher Herrscher. Ihm unterstanden auch die wohlhabenden Bürger Münsters. Der prächtige gotische Rathausgiebel gegenüber dem Michaelistor, als Eingang zur Domfreiheit, erzählt vom damaligen Spannungspotenzial zwischen Bürgern und Bischof.

Mit der Erlangung der Stadtrechte, der Fertigung eines Stadtsiegels und der Errichtung der großen Stadtmauer wird Münster zu einer bedeutenden Metropole im nordeuropäischen Raum. Auch die Münzprägung gibt davon Zeugnis. Es kommt zu einer wirtschaftlichen Blüte, während der die Kaufleute aus Münster im gesamten westeuropäischen Raum tätig werden. Ihre vielfältigen Handelsbeziehungen können unter anderem in der großformatigen Karte der damaligen Hansestädteabgelesen werden.
Umgestaltung in der Schausammlung des Stadtmuseums zur Hansestadt abgeschlossen
"Zudem werden viele Handwerke durch neue archäologische Funde greifbar", erklärt  Bernd Thier vom Stadtmuseum Münster.Exemplarisch vorgestellt wird so die Arbeit der Goldschmiede mit einer Gussform für Schmuck und handlichen Klappwaagen. Überdies gab es heute vergessene Branchen wie die spezialisierten Nadel- und die Nestelmacher. Heute verhindern Plastikhülsen dass Schnüre und Kordeln ausfransen, früher wurden diese Nesteln manuell aus Metall gefertigt.

Wer mehr über dieses Handwerk im Besonderen und Münster im Mittelalter im Allgemeinen wissen möchte, kann auch mithilfe der multimedialen Terminals auf Zeitreise gehen.

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