18.07.2026

WLE-Reaktivierung Münster–Sendenhorst: Aktueller Stand & Zeitplan

Die Haltepunkte der WLE-Strecke auf Münsters Stadtgebiet.

Die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) reaktiviert den Personenverkehr auf ihrer Traditionsstrecke. Das Projekt verbindet Münster künftig wieder direkt mit Sendenhorst. Tausende Pendler profitieren täglich von dieser schnellen Achse. Die Züge entlasten die verstopften Ausfallstraßen im Südosten der Stadt spürbar.

Grünes Licht: Der Planfeststellungsbeschluss 2026

Anfang 2026 erließ die Bezirksregierung den Planfeststellungsbeschluss. Die Projektträger haben damit endgültig Baurecht. Die Planungsphase endet, die Umsetzung beginnt. Die Baufirmen modernisieren in den kommenden Monaten die maroden Gleisanlagen. Sie errichten zudem moderne und barrierefreie Haltepunkte entlang der gesamten Route. Im Rat der Stadt Münster waren sich GRÜNE und CDU einig – was selten ist, berichtete Münster-Aktuell. Eine Bürger-Initiative bleibt kritisch.

Die wichtigsten Eckdaten der WLE-Reaktivierung

  • Streckenlänge: 21 Kilometer messen die Schienen zwischen Sendenhorst und Münster.
  • Taktung: Die Züge fahren in einem dichten Rhythmus. Die Planer sehen einen 20-Minuten-Takt für den städtischen Bereich vor.
  • Fahrzeiten: Fahrgäste erreichen den Hauptbahnhof aus Wolbeck in rasanten 16 Minuten. Die gesamte Fahrt von Sendenhorst nach Münster dauert lediglich rund 30 Minuten.

Der Streckenverlauf im Überblick

Die Bahnstrecke zieht sich durch den gesamten münsterschen Südosten. Die Züge starten am Hauptbahnhof und bedienen wichtige Knotenpunkte.

Die Haltepunkte der WLE-Strecke auf Münsters Stadtgebiet.

Geplante Haltepunkte der WLE-Strecke. Quelle: Stadt Münster / WLE-Strecke: Rat beschließt Bau des Bahnhofs Loddenheide

Die neuen Stationen binden stark gewachsene Wohnquartiere und Gewerbegebiete an. Fahrgäste steigen künftig bequem an der Halle Münsterland, der Loddenheide, in Gremmendorf, Angelmodde, Wolbeck und Albersloh zu.

Die Reaktivierung der WLE-Strecke (Westfälische Landes-Eisenbahn) zwischen Münster und Sendenhorst hat einen entscheidenden Schritt vollzogen: Die Bezirksregierung Münster hat im Januar 2026 den Planfeststellungsbeschluss für die 21 Kilometer lange Strecke erteilt. Das Projekt, das als Teil der geplanten Münsterland-S-Bahn (Linie S7) gilt, soll die Anbindung des Münstersüdostens (u.a. Wolbeck, Angelmodde, Gremmendorf) an den Hauptbahnhof verbessern und klimafreundlichen Verkehr fördern.

Die Umsetzung steht jedoch vor Herausforderungen: Die WLE hält einen Betriebsstart im ursprünglich anvisierten Jahr 2027 inzwischen für unrealistisch. Neben der Erneuerung der Gleisinfrastruktur und der Signaltechnik muss die Stadt Münster fünf neue Haltepunkte mit sogenannten Mobilstationen (Fahrradstellplätze, Leezenboxen) erschließen. Die Züge sollen als batterieelektrische Stadler FLIRT Akku ohne Oberleitungen verkehren, wobei die Akkus am Hauptbahnhof geladen werden.

Zusammenfassung der aktuellen Situation der WLE-Reaktivierung:

  • Status: Planfeststellungsbeschluss liegt vor, Baurecht ist gegeben.
  • Kosten: Das Projekt kostet rund 133 Millionen Euro.
  • Fahrplan: Geplant sind drei Züge pro Stunde bis Wolbeck (zwei davon weiter nach Sendenhorst).
  • Verzögerung: Trotz des Beschlusses ist ein Start 2027 unwahrscheinlich; Bau, Ausschreibung und Testphasen benötigen mindestens zwei Jahre.
  • Gegner: Eine Bürgerinitiative lehnt das Projekt aufgrund von Lärm- und Flächenbedenken ab, sieht sich aber der breiten politischen Unterstützung (CDU, Grüne) gegenüber.

Quellen

Eichler, Tim (2025): WLE-Reaktivierung sorgt für seltene Einigkeit zwischen Grünen und CDU in Münster. In: Münster Aktuell, 24.11.2025. Online verfügbar unter https://ms-aktuell.de/muenster/wle-reaktivierung-sorgt-fuer-seltene/, zuletzt geprüft am 09.07.2026.

Eichler, Tim (2025): WLE: Bürgerinitiative zweifelt an baldiger Genehmigung der Reaktivierung. In: Münster Aktuell, 20.09.2025. Online verfügbar unter https://ms-aktuell.de/muenster/wle-buergerinitiative-zweifelt-an-baldiger-genehmigung-der-reaktivierung/, zuletzt geprüft am 09.07.2026.

Andreas Hasenkamp

Journalist und Event- sowie Portraitfotograf in Münster