Münster gewinnt Preis für Kampagne gegen Alkoholmissbrauch

Münster.- Mit einem 2. Platz und 5000 Euro Preisgeld wurde das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster für seine innovative Präventionsarbeit in Sachen Alkohol belohnt. Die Kampagne "Voll ist out" überzeugte beim bundesweiten Wettbewerb zur kommunalen Suchtvorbeugung. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt überreichte (am Donnerstagabend, 13. Juli) bei der Preisverleihung in Berlin die Siegesurkunde. Das teilt das Presse- und Informationsamt der Stadt Münster am 14.07.2006 mit.

"Die Auszeichnung ist eine eindrucksvolle Bestätigung für unsere nachhaltige Arbeit in Münster", freut sich Jugend- und Gesundheitsdezernentin Dr. Agnes Klein. Die Suchtvorbeugung der städtischen Drogenhilfe hatte "Voll ist out" in 2004 konzipiert. "Die Kampagne ist langfristig anlegt, richtet sich an Schule und Elternhaus, Handel und Gewerbe, Jugendhilfe und natürlich an die Jugendlichen selbst. Nur so lassen sich mittelfristig Einstellungen und Verhaltensweisen verändern."

Ein übergreifender Ansatz, der auch die Jury überzeugte. 111 Beiträge hatten die Juroren – Vertreter aus Präventionsarbeit, Wissenschaft, Kommunen und Krankenkassen – zu bewerten. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Nachhaltigkeit der Maßnahmen, ihre Wirkung in der gesamten Kommune und die Arbeit mit Eltern, Kindern und Jugendlichen. An "Voll ist out" überzeugte die Juroren, dass die Kampagne breit und langfristig angelegt ist und dass sie auf einem sehr anspruchsvollen Gesamtkonzept mit Logo und Materialien beruht, in deren Gestaltung Jugendliche einbezogen wurden.

Bereits zum dritten Mal hatten die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu diesem Wettbewerb aufgerufen. "Alkoholprävention vor Ort" lautete diesmal das Motto. Münster belegt in der Kategorie der kreisfreien Städte hinter Hamburg ebenso wie Köln einen 2. Platz.

Insgesamt wurden 70 000 Euro Preisgeld an 13 ausgezeichnete Kommunen ausgeschüttet unter der Bedingung, dass die Gelder ausschließlich für die Alkoholpräventionsarbeit eingesetzt werden. "Bei allem Fachwissen und persönlichen Engagement unsererseits, ohne finanzkräftige Unterstützung können wir 'Voll ist out' auf Dauer nicht fortsetzen", so Anna Pohl, die Leiterin des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. Derzeit stehen ihr die Vereinigte IKK und die Stadtwerke Münster als Hauptsponsoren zur Seite, doch neue Partner werden ständig gesucht.

Weiße Mäuse gern gesehen

"Kreative Überzeugungsarbeit ist nicht zum Nulltarif zu haben", weiß Georg Piepel, Leiter der Initiative, der jetzt in Berlin den Preis entgegennahm. "Mit erhobenem Zeigefinger und nüchterner Optik erreicht man bei diesem Thema niemanden." Und so setzt "Voll ist out" auf eine breite Medien-Palette. Jüngstes Highlight der seit Ende 2004 laufenden Kampagne war ein Filmspot, der in Münster auf den Public-Viewing-Leinwänden bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu sehen war.

Bisher war die kesse weiße Maus – das "Voll-ist-out"-Maskottchen – bereits unterwegs auf 15 000 Faltblättern für Eltern, auf 70 000 Motiv-Postkarten für Jugendliche, auf Infokarten für Kioske und Kneipen, auf Aufklebern, Plakaten, Linienbussen und im Internet (www.vollistout.de). Hunderte von Eltern kamen zu Infoabenden an Schulen, ähnlich beliebt waren Aktionstage für Jugendliche im Kino. Multiplikatoren aus Schule und Jugendhilfe nutzen speziell erstellte Handbücher zur eigenen Präventionsarbeit. Wettbewerbe, Ausstellungen und nicht zuletzt die Kneipenaktionen zur Karnevalszeit transportieren die Botschaft "Voll ist out", nicht mit dem Ziel praxisferner Abstinenz, sondern einer kritischen Haltung und eines verantwortungsvollen Umgangs mit der legalen Droge, die auf viele Kinder und Jugendliche großen Reiz ausübt.

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