Monika Kasimir beendet Gesangs-Auftritte

Münster-Wolbeck. Am kommenden Sonntag will sie noch einmal über das Parkett fegen, dann hört Monika Kasimir auf. Das gab sie am Samstagabend, 19.01.2008,  bei der Damensitzung der ZiBoMo in der Gaststätte Sültemeyer bekannt. Auch ihr Mann Walter, der zum Beispiel im Festausschuss aktiv war, wolle kürzer treten, hatte sie schon im November gesagt.

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Bei ihrem Auftritt stürmt mitten in einem Lied eine Rot-Weiß-gestreifte Damengruppe die Bühne, die Zuhörerinnen singen zur rechten Zeit den Refrain „Ja, ja, ja“ – man merkt, diese Frau ist hier eine feste und eine beliebte Größe.

1995 kürte man sie zur Hippenmajorin – das erste Mal, dass eine Frau in dieses repräsentative und an Verpflichtungen reiche Amt schlüpfte. Die Innovation reichte über das andere Geschlecht hinaus: Damals zog sie mit den Adjutanten Brigitte Sechelmann und Eva Jäger nicht nur zu den Wagenbauern, sondern zum Beispiel auch in ein Krankenhaus. Ein Einschnitt war es auch für die Art, in der man als Frau in Wolbeck Karneval feiert. Damals, erinnert sie sich, gab es da und dort Kaffeekränzchen, in denen man zünftig feierte. Das Team von Kasimir hob dann die Damensitzung aus der Taufe, unterstützt auch von Martin Sültemeyer. Am 5. Februar 1995 fand zum ersten Mal statt, was längst eine feste Einrichtung ist und wofür die Karten manchmal zu schnell verkauft sind.

Viele Jahre organisierten die Damen die Sitzung ganz allein, inzwischen ist die KG ZiBoMo für das Geschäftliche mit im Boot.

Die Hippenmajorin bewährte sich. Wenige Jahre später holte Hippenmajor Peter Paul Dreyer das Temperaments-Bündel als Adjutantin an seine Seite. Da fing sie das Singen an; bis heute ohne Pause. Das Kostüm der ersten und bis heute einzigen Hippenmajorin der Welt ist im ZiBoMo-Museum zu sehen.

Ihren Rückblick auf die ZiBoMo-Zeit gestaltet Kasimir bei der Damensitzung ganz musikalisch: „Doch es war total Liebe pur“, „Du warst der Wind in meinen Flügeln“ – das sollte wohl auf ZiBoMo gemünzt sein. Doch: „Die Manege ist leer, das Licht geht aus“ heißt es in einem Lied, der „Vorhang ist für immer gefallen“. Wenn sie denn ZiBoMo vom Zuschauerplatz aus ertragen kann. Denn beim endgültigen Abschied, so es denn einer ist, fließen bei der Power-Frau einige Tränen. Aber „zehn Jahre sind genug“. Sie freue sich schon darauf, weiterhin Karneval zu feiern, aber in Ruhe, und mit Freundinnen den Frühschoppen zu genießen.

Die Reaktion bei der Damensitzung ist intensiv: Viel Erstaunen und Bedauern ist zu sehen, auch wenn es sich zunächst kaum Ausdruck verschaffen kann, sie singt schon wieder. Viel Applaus, sie wird umarmt. Auch die Moderatorinnen Ulrike Bradtke, Eva Wulfers und Erika Sudmann  drücken ihre Monika Kasimir, überreichen Blumen. Zugabe. Dreimal tritt sie noch auf: Am nächsten Samstag zweimal und dann beim Frühschoppen.

 

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