Mit 88 Tasten, Bass und Schlagzeug

Münster-Hiltrup. Ganz stimmt der Titel nicht: „Auf 88 Tasten um die Welt“. Denn Joja Wendt hat für seine zweite musikalische Weltreise neben seinem Flügel noch zwei Klasse-Musiker mitgebracht: Thomas Biller am Bass und Christoph Buhse am Schlagzeug. Ohne sie gehe nichts, lobte der charmante Pianist die beidem am Samstagabend in der gut gefüllten Stadthalle. Zum Beispiel geht nicht die Stelle, wo die Maus den Elefanten erschreckt – da muss der Kontrabass ran. Der zentrale Entertainer und Musiker ist Wendt selbst, aber er liess den beiden Raum für Soli.

„Wer es in Hiltrup schafft, schafft es auch in Tokio“ – er werde heute abend einiges ausprobieren. Etwa, sich Takt und Ausgangston vom Publikum vorgeben zu lassen.

Wendt war nicht zum erstenmal in Münster. Im Mai 1989 hatte er die Stadthalle mit seinen Tasten- und Schau-Künsten gefüllt. Zuvor hatte er im Rusticus an der Münsterstraße gespielt – und der Kameramann von damals war am Samstag in der Stadthalle. Ob dort denn noch Musik gespielt werde? Ja, wurde er beschieden. „Dann muss ich ja vielleicht doch mal wieder in den Rusticus“, dachte Wendt laut nach.

 

Zu Späßen ist Wendt immer aufgelegt – als eine Hand frei ist, lässt er sie einen Bauchtanz über die Tasten machen, später ergänzt er die musikalische Bildmalerei mit einer Haifischflosse hinter dem Flügel und spielt ein Stück dreihändig – bis der dritte Arm wegfliegt.

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Gern bezieht er das Publikum mit ein, besonders in der zweiten Hälfte. Da hat er in der Pause beim Signieren von CDs und seines Buchs Der kleine Flügel: Eine phantastische Geschichte mit Musik  (mit  Kester Schlenz) schon Bekanntschaft mit einigen geschlossen, gern findet sich ein Jacket-Halter aus dem Publikum, wenn wieder ein sensationell rasantes, fingerverzwirbelndes Stück ansteht. Wendt versprüht den Spaß an der Musik, auch am Musizieren mit anderen. 

 

 

 

 

 

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