Ministerpräsidentin von NRW informiert sich über Arbeit des Islam-Zentrums in Münster Dr. Milad Karimi zum Professor für "Kalām, Islamische Philosophie und Mystik" ernannt

Münster. Bei einem Besuch der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat sich die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am heutigen Dienstag (19.7.) über die Arbeit des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) informiert. Dazu tauschte sie sich mit dem Leiter des ZIT, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles und Studierenden aus. „Sie leisten eine wichtige Aufgabe“, betonte die Ministerpräsidentin gegenüber den Studierenden, „denn auch mit ihrer Hilfe als künftige Religionslehrer wird es muslimischen Kindern gelingen, Zugang zu ihrer Religion zu bekommen. Die Diskussion mit ihnen hat mich jedenfalls begeistert.“

Ursula Nelles nutzte den Anlass, um den stellvertretenden Leiter des ZIT, Dr. Milad Karimi, zum Professor für „Kalām, Islamische Philosophie und Mystik“ zu ernennen. Der 1979 in Kabul geborene Wissenschaftler hat diesen Lehrstuhl bereits seit dem Wintersemester 2012/13 als Vertretungsprofessor inne. Vor einigen Tagen hatte der für das ZIT zuständige Islam-Beirat der Ernennung von Milad Karimi zugestimmt – dem Beirat gehören je zwei Vertreter der vier Verbände an, die auch im „Beirat für den Islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen“ vertreten sind. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir Herrn Karimi vier Jahre nach seinem Wechsel an die Universität Münster nunmehr ernennen können. Er hat in dieser Zeit hervorragende Arbeit geleistet und wesentlich zum guten wissenschaftlichen Ruf des ZIT beigetragen“, betonte die Rektorin.

Das ZIT wird in den kommenden Jahren weitere Professuren einrichten. Darüber hinaus wird das Zentrum zur bundesweit ersten islamisch-theologischen Fakultät weiterentwickelt werden und Teil des deutschlandweit einzigartigen Campus der Religionen sein. Auf dem Campus der Religionen werden die Katholisch-Theologische Fakultät, die Evangelisch-Theologische Fakultät und das ZIT in einem Gebäudekomplex untergebracht werden. Die Bauarbeiten werden im kommenden Jahr beginnen, der Abschluss ist für das Jahr 2022 geplant.

Zum Zentrum für Islamische Theologie

Das Zentrum für Islamische Theologie wurde am 30. Oktober 2012 offiziell eröffnet – Leiter ist Prof. Dr. Mouhanad Khorchide. Auf Empfehlung des Wissenschaftsrats hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Herbst 2010 die Förderung von vier Zentren für Islamische Theologie an deutschen Universitäten beschlossen: Nürnberg/Erlangen, Frankfurt/Gießen, Tübingen und Münster/Osnabrück.

Das ZIT koordiniert auch das bundesweit tätige, von der Stiftung Mercator geförderte Graduiertenkolleg für Islamische Theologie, um die Etablierung der islamischen Theologie auf hohem akademischem Niveau voranzutreiben. Das Interesse am ZIT hat unter den Studierenden in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Derzeit sind 610 Studierende eingeschrieben – das ZIT ist damit das europaweit größte Islam-Zentrum an einer Universität. Im November 2013 hatte auch Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Besuch der Universität Münster die Arbeit des ZIT gewürdigt.

Die Vielfalt des Islams abdecken, Menschen dazu befähigen, sich mit ihrer Religion auseinanderzusetzen, und der Gesellschaft zeigen, welche Bereicherung der Islam für Deutschland darstellen kann – vor allem diesen Zielen fühlt sich das ZIT verpflichtet. „Forschung und Lehre werden bei uns nicht im akademischen Elfenbeinturm betrieben. Eine rege und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Vertretern der muslimischen Gemeinschaft und die Verankerung in den Moschee-Gemeinden in Deutschland sind unerlässlich“, betont Mouhanad Khorchide. Das ZIT steht für einen akademischen und verantwortungsvollen Umgang mit der Religion – es versteht sich als Brückenbauer zwischen Tradition und Gegenwart.

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