Mehr sehen und hören im Stadtmuseum Münster Förderverein ermöglicht neuen Multimediaguide

Zuletzt aktualisiert 27. April 2016 (zuerst 14. November 2013).

Münster. Neue Hörbeiträge und Filme, faszinierende Panoramen aus der Schausammlung, dazu eine komfortable Technik –  die erste Frischzellenkur seit Einführung im Jahr 2011 hat dem Multimediaguide im Stadtmuseum Münster „neuen Schwung verliehen“. Dank der Unterstützung des Fördervereins setzt der komplett überarbeitete tragbare Führer „neue Maßstäbe im Erleben von Kunst, Kultur und Geschichte“, teilt der LWL mit.

Kinderleicht, auch für technisch Ungeübte, ist die Orientierung beim Rundgang mit dem portablen Führer durch 1200 Jahre Stadtgeschichte ohnehin. Darüber hinaus sorgt ein größerer Bildschirm für den besten Blick auf all die Objekte und Exponate, die mit bewegten Bildern detailreich und spannend in Szene gesetzt werden, wie es Texttafeln nicht vermögen.

Die Kombination von WLAN-Ortung und Aufnahme erfasst nach Betreten eines der 33 Museumskabinette das Panorama des Raumes. Das Bild im Guide kann nun per Finger bewegt werden. Objekte mit hinterlegter Information sind rot umrandet. Kurz antippen und schon startet der Beitrag. Technische Innovation macht dieses anschauliche Erleben möglich. Nichts läuft doppelt – der Mulitmediaguide ist keine Konkurrenz zu Objekten, Inszenierungen oder den Bildschirmterminals, sondern bietet bereichernde Details.

Es gibt eine Menge auf den zweiten, virtuellen Blick zu entdecken. Zwei Hörbeiträge bringen die  Stadtmodelle von 1903 und 1945 zum Sprechen. Im Film berichtet der ehemalige Dompropst  Josef Alfers über den Wiederaufbau des Paulus-Domes aus den Ruinen des Zweiten Weltkriegs und spannt den Bogen zur jüngsten Sanierung vor wenigen Monaten. Frischer Kaffeeduft scheint in der Luft zu liegen, wenn Museumsgäste den Einkaufsladen Henke aus dem Jahr 1906 betreten. Führt doch Mario Joka (Roestbar) via Multimediaguide in das Handwerk des Trommelrösters „Adele“ und die Geheimnisse der Kaffeekunst ein. „Das macht 50 Pfennige – oder darf es etwas mehr sein?“ Spätestens bei dieser Ansprache der Verkäuferin hinter der hölzernen Ladentheke ist man mittendrin in der heimeligen Welt der Kolonialwarenläden von einst.

Zusammen mit den schon vor zwei Jahren produzierten Beiträgen führen nun 67 Filme, Interviews und Hörbeispiele durch 2500 Quadratmeter Schausammlung. Sie öffnen den Blick für vertiefende  Details, hauchen scheinbar stummen Objekten Leben ein. Der Guide lädt zu einer intensiven und individuellen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt ein und macht mit seiner Informationsfülle Lust aufs Wiederkommen. Übrigens: Ein Multimediaguide für Kinder steht für 2014 auf der Projektliste.

 

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