Mehr Corona-Infektionen bei Kindern

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Berlin. Die Zahl der bei Kindern festgestellten Coronainfektionen bei Kindern und Jugendlichen steigt stark an. Das hat eine Studie des Robert Koch-Instituts ergeben. Als Gründe nennen Fachleute die Öffnung von Kindertagesstätten und Schulen – aber auch mehr Tests.

Nach Beobachtungen des Robert Koch-Instituts (RKI) scheint sich die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Verbreitung des Coronavirus zu ändern. Die Zahl der Infektionen steige in allen Altersgruppen, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, heißt es im jüngsten Online-Lagebericht des RKI.

Bei Kindern bis 14 Jahren habe sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangenen vier Wochen bundesweit mehr als verdoppelt – auf zuletzt über 100 Fälle pro 100.000 Einwohner. Ausbrüche beträfen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend aber auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, so das RKI. In Alters- und Pflegeheimen, wo viele Bewohner inzwischen geimpft sind, gingen sie dagegen zurück.

„Wir sehen, dass wir im Moment eine Entwicklung haben, bei der eben mehr auch kleinere Kinder erkranken. Das ist ernst zu nehmen“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey während eines Besuchs im RKI, bei dem es um einen Austausch zu Corona-Ausbrüchen in Kindertagesstätten ging.

Starke Zunahme bei Kindern bis fünf Jahren festgestellt

Besonders früh zeige sich das Anwachsen der registrierten Infektionsfälle in der Altersgruppe bis fünf Jahre, heißt es beim RKI. Das betreffe auch die Daten zu Ausbrüchen in Kitas. Sie stiegen rasch an. Eine ähnliche Entwicklung deute sich auch nach der Öffnung der Schulen an. Bei dieser Entwicklung spiele die zunehmende Ausbreitung der leichter übertragbaren Variante B.1.1.7 eine Rolle.

Kinderärzte sehen noch einen zusätzlichen Grund für die wachsenden Fallzahlen: vermehrtes Testen. Die Öffnungen nehmen viele Eltern zum Anlass, ihre Kinder testen zu lassen, sagte Reinhard Berner, Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, dem „Tagesspiegel“. „Das ist vorher einfach oft nicht geschehen, wenn das Kind zu Hause im Lockdown gehockt hat und Schnupfen hatte.“

Familien und Beschäftigte sollten ihr Infektionsrisiko außerhalb von Kita oder Schule minimieren und bei Zeichen einer Erkrankung fünf bis sieben Tage lang zu Hause bleiben, rät das Robert Koch-Institut. Falls es zu Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen komme, solle eine frühzeitige Schließung der Einrichtung erwogen werden, um eine weitere Ausbreitung innerhalb der Kita und in die betroffenen Familien zu verhindern.

RKI empfiehlt Aufteilen in kleine Gruppen

Für Schulen empfiehlt das Robert Koch-Institut weiterhin das Aufteilen von größeren Gruppen wie Klassen und Jahrgängen in kleinere Gruppen und die Beschränkung auf Kontakte innerhalb dieser festgelegten Gruppe. Dazu bleibt es beim Ratschlag für einen Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht sowie eine gestaffelte Öffnung nach Jahrgängen. Für ältere Schüler empfiehlt das Institut Distanzunterricht.

„Wir wollen durch eine gute Impfstrategie, die ja zunehmend auch die Kita-Erzieherinnen und -Erzieher erreicht, und durch ein gezieltes Testen auch in den Kitas den Schutz erhöhen“, so Giffey. In Deutschland gibt es nach Giffeys Angaben mehr als drei Millionen Kita-Kinder. Ein Fokus auf das Testen sei mit kindgerechten Erklärungen auch bei den Kleinsten möglich, sagte sie.

Quellen:

https://www.zdf.de/nachrichten/video/pk-giffey-live-100.html

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html

https://www.zeit.de/news/2021-03/25/rki-mehr-corona-faelle-bei-kindern-und-jugendlichen

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