Mehr als eine Option für Kreuz-Christi-Kirche in Amelsbüren?

Mehr als eine Option für Kreuz-Christi-Kirche in Amelsbüren?
Die Gemeinde beteiligte sich stark am Gespräch mit Beate Bentrop, Achim Maiwald, Michael Schöning und Stefan Degen. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Amelsbüren. Informationen über die Zukunft der evangelischen Gemeinde in Amelsbüren waren versprochen und die Kreuz-Christi-Kirche gut gefüllt am Sonntagmorgen. Wird etwa die Kirche abgerissen? Einen Beschluss gibt es nicht, betonte Pfarrerin Beate Bentrop, aber „es muss etwas geschehen“. Ein Termin dafür blieb offen.

Entwurf für „Familienwohnprojekt Amelsbüren“ vorgestellt

Einen Entwurf zur Nutzung der 1600 Quadratmeter stellt Stefan Degen, Geschäftsführer des CVJM Münster, unter dem Titel „Familienwohnprojekt Amelsbüren“ vor: Ein kompletter Abriss, ein Neubau mit zwei Geschossen, sieben Wohnungen für 50 Menschen – und ein Gemeinschafts- oder Mehrzweckraum, der auch von der Gemeinde genutzt wird. Ein Raum mit höherer Decke, der die alten Fenster nutzt; er werde etwa halb so groß sein wie der Kirchraum. Ein gewisse Qualität müsse ein kirchlich genutzter Raum haben, sagt Pfarrer Achim Maiwald: „In einem Schuhkarton kann ich keinen Gottesdienst feiern“. Der CVJM sei ihnen flexibel entgegengekommen, lobt ein Presbyter. So ist schon ein direkter Zugang von außen eingeplant. Degen erläutert noch, warum eine Kooperation wie etwa mit dem CVJM die einzige Lösung im Rahmen der kirchlichen Haushaltsführung sein wird.

Der Wohnraum solle in einer ersten Phase für Flüchtlings-Familien sein.

Alternativen?

Viele aus Gemeinde und Presbyterium beteiligten sich an Fragen und Anregungen. Stark ist der Wunsch, als evangelische Christen einen Anlaufpunkt zu haben und „sichtbar“ zu sein. Ein (katholischer) Nachbar regt an, die Alternative einer zusätzlichen Bebauung auf den 1600 Quadratmetern zu erwägen; eine Frau, Möglichkeiten einer Kooperation mit der katholischen Gemeinde zu prüfen; eine andere, an Altenwohnungen zu denken.
Eine Frau lobt, es sei „toll, dass überhaupt eine Option besteht“; einer meint, ein Raum für 50 Personen reiche für den Großteil der Veranstaltungen aus.

Gemeinde mit Defizit an Austausch und Mitmach-Engagement?

Viel früher hätte es eine solche Gemeindeversammlung geben müssen, sagt jemand, und eine andere Frau sagt, das komme jetzt „plötzlich wie der Herztod“. Johannes Krause-Isermann erinnert  daran, das Thema sei in allgemeiner Form schon beim Jubiläum angesprochen worden – und eine Presbyterin  an die Zukunftswerkstatt, zu der alle Gemeindeglieder persönlich per Brief eingeladen worden seien: „Es gab keine Resonanz“.

Unzufrieden sind einige aus der Kirchenleitung mit Berichten in der Presse. Krause-Isermann meint, eine Überschrift sei “reißerisch, abreißerisch” gewesen.
Gut gefüllt ist der Raum, der 160 Menschen fassen soll, nur wenige Plätze sind frei. Diesmal. Sonst kämen nur etwa 15 an einem Sonntagmorgen, heißt es.
Degen, der auch in der Synode auf Kreis- und Landesebene beteiligt ist, sagte: „Es wird Änderungen geben wie wir sie uns noch nicht vorstellen können.“
Vor den Sommerferien, schätzt Versammlungsleiter Michael Schöning, könnte es eine weitere Gemeindeversammlung geben. Die Option eines Abrisses geht vielen gegen den Strich:
„Es handelt sich nicht um eine Sparkassenfiliale.“

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