Virtuose Emissäre des Münsterlands ziehen nach Ulm

Virtuose Emissäre des Münsterlands ziehen nach Ulm 14
Rainer Becker und Tor Song Tan - die Dirigenten der beiden jugendlichen Orchester. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Außenfassade des LWL-Museum für Kunst und Kultur mit der “Silbernen Frequenz” von Otto Piene

Münster. Voll war das Foyer des LWL-Museums für Kunst und Kultur; man versprach sich was von den beiden Emissären des Münsterlands: am Freitagabend gaben das Westfälische Jugendkammerorchester aus Münster und das Jugendorchester Havixbeck ein Gemeinschaftskonzert. Für beide Orchester war das Konzert ein weiterer Schritt zur Vorbereitung auf den Deutschen Orchesterwettbewerb in Ulm. Bei dem Wettbewerb des Deutschen Musikrates treten Anfang Mai die Amateur-Spitzen-Ensembles auf, etwa 4500 Musizierende in 115 Ensembles. Beide Orchester hatten sich qualifiziert durch den Siege beim „Landesorchesterwettbewerbes NRW“ im September 2015 in Duisburg.
So konnte das Westfälische Jugendkammerorchester im LWL-Museum  für Kunst und Kultur als lockere Aufwärm-Übung das Publikum mitsingen lassen beim „Happy Birthday“ für den einzigen Profi-Musiker in ihren Reihen, Burkhardt Schmidt.
Wie hoch das Niveau ist, zeigte das gekonnte Spiel des „Cantus in Memory of Benjamin Britten for string orchestra and bell“ von Arvo Pärt.

Klar abgesetzte Stimmen, dezent beginnend, ein lang sich erstreckendes, feines Crescendo führt intensiv zum Drama, hell, klar und leise klingt es präzis aus. Gemeistert. Ebenso fein in den leisten Tönen, nahezu perfekt gelingt dem Jugendkammerorchester nach Mendelssohn-Bartholdys Sinfonia IV, c-Moll, Sibelius’ „Impromptu für Streichorchester“. So kann es turbulent Aaron Coplands „Hoe Down“ from Rodeo“ bestreiten. Dies war des Orchesters Wettbewerbsteil, daher hatte sein Leiter Tor Song Tan für diese ersten vier um Applaus-Verzicht gebeten. Das Aufgestaute entlud sich kräftig, lieferte der Jugend die dringend nötige Kraft für Dvoraks „Humoreske“ und Barbers eingängiges „Adagio for Strings“.
Nicht weniger hohen Ansprüchen stellte sich das Jugendorchester Havixbeck. Eine Erstaufführung war „Respekt“, für das Orchester geschrieben von Betin Günes, einem der wichtigsten türkischen Komponisten, mit dem Rainer Becker, Leiter des Jugendorchesters, mehrfach zusammenarbeitete. Viel fordert die vom Musikrat als Pflicht-Stück gesetzte viersätzige Konzert-Suite „Deliverance“ von Etienne Crausaz, von den Bläsern ebenso wie von Schlagwerkern und Streichern. Drittes Wettbewerbs-Stück wird in Ulm „Incantation & Dance“ von John Barnes Chance. Als gemeinsame Zugabe boten die Orchester im LWL-Museum für Kunst und Kultur Eric Whitacres „The Seal Lullaby“ zum Finale zweier unterhaltsamer Stunden auf hohem Niveau.

 

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