Luther und die Reformation in Briefmarken Arbeitsgemeinschaft Briefmarken eröffnet Ausstellung in Handorfer Kirchengemeinde

Luther und die Reformation in Briefmarken Arbeitsgemeinschaft Briefmarken eröffnet Ausstellung in Handorfer Kirchengemeinde
Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 22. Oktober 2017 (zuerst 18. Oktober 2017).

Münster-Handorf. Diesmal ging es um den Reformator Martin Luther: Am Dienstag präsentierte die Arbeitsgemeinschaft Briefmarken der Kardinal-von-Galen-Grundschule einige Aspekte des Reformators beim Seniorenkreis der Evangelischen Kirchengemeinde Handorf. Sie, Klaus Borchert und vier der Kinder aus der AG, eröffneten so zugleich eine Ausstellung. Die zeigt in den nächsten vier Wochen etwa 50 Briefmarken und Ersttagsblätter. Borchert hat zusätzlich einen schmalen schwarzen Aktenordner mit erläuternden Informationen gefüllt, der ebenfalls zugänglich sein wird.

Borchert zeichnete in einem frei gehaltenen Vortrag Luther und die Reformation in Briefmarken wichtige Stationen des Lebens und Wirkens von Luther nach. Die vier Kinder ergänzten reihum mit sehr gut vorgetragenen Zitaten und Informationen, von Luther bis zum Buchdruck-Erfinder Gutenberg. Pfarrer Dr. Christian Peters tat es ihnen nach – mit spontan eingeflochtenen Anekdoten. Während Luther seinen Mönchsorden verlassen konnte, musste seine spätere Frau, die Nonne Katharina von Bora, ihr Ursulinenkloster mit drei anderen Nonnen in Heringsfässern verlassen. Sie zeichnete Borchert in groben Zügen wohlwollend als selbstbewusste Frau, die für Ordnung und etwas Geld im Haushalt sorgte. Borchert endete mit einem Ausdruck der Freude über Fortschritte in der Ökumene in Handorf. Und, ganz Philatelist: Die Reformation sei „ein Ereignis, das so viele Briefmarken braucht, es zu erklären.“

Die Historie des Reformators zu verflechten mit den Motiven der Exponate, dass muss der Besucher selbst leisten. Wo Borchert von der (vermeintlichen) Entführung und Junker Jörg erzählt, lässt sich Lucas Cranach des Älteren Luther-Portrait anführen: Der Stich des Luther-Freundes signalisierte: Sehr her – Luther lebt! Und war es nicht ein Privileg höchster Herrschaften, sich so abbilden zu lassen? Dieses spätere Briefmarken-Motiv war ein Politikum in Luthers Zeit. So fasst es „art. Das Kunstmagazin“: „Dieser erscheint mal als energischer und unbeugsamer Mönch, als Junker Jörg mit Vollbart oder als Gelehrter mit und ohne Doktorhut. So gestaltete Cranach nicht nur von Beginn an das öffentliche Image Luthers, sondern gab der gesamten Reformation ein Gesicht, das die neue Lehre in ganz Europa bekannt machte.“

Die Briefmarken AG startete 2015. Jedes Jahr stellt sie, derzeit sechs Kinder stark und von Borchert als Philatelist geleitet, eine „gezackte“ Ausstellung auf die Beine. In diesem Jahr sind es zwei – das Thema Europa hatten sie als erstes behandelt.

Parallel zur Ausstellung der Reformation in Briefmarke gibt es im Pfarrheim am Kirschgarten 28a eine zweite Ausstellung, eine dreidimensionale: Sie zeigt Stationen aus dem Leben des Reformators, mit Wartburg und Bauern, nachgestellt mit Playmobil-Figuren. Dazu hat Dr. Christian Peters die dringende Bitte: die sorgsam arrangierten Figuren unberührt zu lassen.

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