Linke-Galerie zeigt größte Einzelausstellung des phantastischen Realisten Siegfried Zademack

Münster. Über hundert Gäste wohnten am Samstag der Vernissage zur Ausstellung von gut 60 Werken des Bremer Künstlers Siegfried Zademack bei.
Was der Vertreter des Phantastischen Realismus in der Galerie Rudi Fred Linke am Mühlendamm zeigt, ist eine ganze Werkschau, sein Schaffen seit der Mitte der 70er Jahre.

 

„Gabi am Fenster“ stammt von 1976. Und es ist die umfangreichste Einzelausstellung des Künstlers, betonte Dr. Jörg Bockow in seiner Eröffnungsrede.
Zademack malt, bei allem Phantastischem, realistisch. Angefangen habe er jedoch gegenstandlos und abstrakt, sagt er: Weil er es anders damals nicht konnte. Noch nicht. Zwischen Damals und Heute steht ein arbeitsintensiver Lernprozess. Das betreffe nicht allein die Technik. Viele Bildideen müssten im Kopf reifen. Das kann länger dauern als Ölfarbe trocknet. Aber inzwischen vollzögen sich diese Prozesse schneller. Was ihm zustatten kam, als er weitere Werke für die Ausstellung in der großen Galerie in Wolbeck benötigte. Zur Ausstellung von Gerd Bannuschers Werken in der Wolbecker Galerie, beide sind in einer Künstler-Gruppe, war Zademack mitgekommen. Das Gespräch mit Linke blieb nicht aus, man fand zusammen – und eine äußerst fordernde Zeit für Zademack begann. Das könne man nicht oft machen, meint Zademack im Blick auf die letzten Monate.
Ein kennzeichnender Aspekt seiner Entwicklung sei, das er springe. Etwa in der Nutzung der Farben. Die Verschiebungen oder Sprünge in seiner Entwicklung seien vorhanden, wenn auch nicht leicht zu erkennen.  Überhaupt: Zademack will es dem Betrachter nicht leicht machen. Auch die Gefühlswelten seiner Bilder sind nicht „leicht“. Eher mit viel Einsamkeit versehen, mit Bedrückung und Zurückgezogenheit.
Einige seiner Bilder hätten auch etwas Satirisches, meint Zademack. „Oben ohne am Strand“ zeigt, was der Titel verspricht – nur eben nicht, was die meisten erwarten. Selten, aber anzutreffen, sind Elemente, die den Betrachter in eine bestimmte Zeit holen. Das ist einmal, gut sichtbar und auf den ersten Blick schon irritierend, ein Fußball, ein anderes mal ist es die am Horizont fast versteckte Windenergie-Anlage. „Schaut mehrfach hin, sucht!“ scheint Zademack zu appellieren.
Anlässlich der Vernissage knüpfte Linke erstmals einen Verbund zur Nacht der Galerien und Museen in Münster – ein eigener Bus löste die Distanz zwischen den Galerien in der Innenstand und jener am Mühlendamm auf.

 
 

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