Letzter Geigengarten in Erlöserkirche gefeiert Professor Helge Slaatto und Schüler spielen virtuos

Letzter Geigengarten in Erlöserkirche gefeiert Professor Helge Slaatto und Schüler spielen virtuos
Violinkonzert in der Erlöserkirche

Zuletzt aktualisiert 25. August 2020 (zuerst 8. Juli 2018).

Münster. Der Sonnenstrahl sucht sich seinen Weg durch den „Geigengarten“, es erklingt „Die Lerche steigt auf“: Ein warmer Sommerabend begleitete in der Erlöserkirche den Tag des letzten „Geigengartens“, denn das Format von Professor Helge Slaatto für Studierende seiner Violin- und Kammermusikklasse der Musikhochschule endet mit seiner Emeritierung zum 1. September 2018.

Ohne Musik sei der Kirchenraum tot, so dankte der Vorsitzende des Fördervereins der Kirchenmusik an der Erlöserkirche, Gerd Dethlefs, Slaatto für die Konzerte. Seit etwa zehn Jahren sind die Studierenden ein- bis zweimal zu Gast. Geringer Hall in der von einem Holzdach geprägten Kirche kommt der Kammermusik entgegen – alles ist klar zu hören: Die sehr gute Harmonie von Violine und Klavier bei Ralph Vaughan Williams „Lerche“ (gespielt von Anja Gaettens und Wen-Hang Chang), das ein Aufeinandertreffen aufgeregt und zart erzählende Duett aus „Hay Que Caminar“ Luigi Nonos, gespielt von Rebecca Minio-Paluello und Jeehyun Lee, das liebliche in Johan Svendsens Romanze G-Dur, die Bewegtheit in Beethovens Sonate G-Dur, gespielt von Leon Stüssel mit Risa Adachi am Klavier.

Helge Slaatto zeigt mit Matias de Oliveira Pinto am Cello und im Violin-Duett mit seiner Frau Anne, was das 20. Jahrhundert – Villa Lobos – zu bieten hat, Chiara Franceschini mit Tartinis Sonate a-Moll, was das 18. Jahrhundert auszudrücken vermochte.

Die Sonne wandert weiter, zum Finale des Konzert wandern die Musiker, aktuelle und ehemalige Studierende Slaattos: Erst steht Slaatto mit Younggang Li, Mina Lee, Jihong Oh, Mafalda Pessoa, Franziska Kneissl, Sungchan Han, Soyoen Lee, Yuxi Liu, Melanie Mardiros und Jeehyun Lee in Keilform vom Altarraum bis in den Kirchenraum hinein, dann ziehen sie im Gänsemarsch hinaus, spielen aus Arne Nordheims „Partita für Paul“. Kräftiger Applaus belohnt die virtuose Vielfalt.

Slaatto erinnert sich gut, wie er einst mit dem Organisten der Erlöserkirche, Winfried Berger, die Idee zum Geigengarten entwickelte. Die meisten der Konzerte fanden in der Musikhochschule statt, viele in der Erlöserkirche.
In der Erlöserkirche als nächstes zu hören ist das Herbstkonzert des Mozartorchesters: Godard, Schubert, Grøndal – am 4. Oktober 2018.

Fotos erhältlich bei Fotograf Andreas Hasenkamp, Münster.

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