Leserbrief zur Lidl-Ansiedlung: „Braucht Wolbeck einen 6. Supermarkt und ausgerechnet Lidl?“

Zuletzt aktualisiert 9. November 2020.

Zweifel an der Stichhaltigkeit mancher Pro-Behauptungen zugunsten einer Lidl-Ansiedlung an der Hiltruper Straße haben die Leser Marita und Hans Rath. Nötig oder überflüssig? Was ist mit dem Verkehr? Das sind die Hauptfragen ihres Leserbriefs, den das Portal ungekürzt veröffentlicht.

„Benötigt Wolbeck einen 6. Supermarkt und ausgerechnet Lidl!?
Wie schon seit längerem in Wolbeck gemunkelt  und kürzlich in der Presse  bestätigt wurde, ist auf dem Gelände der Autolackiererei Schröder der Bau eines LIDL-Supermarkts  geplant. Die Stadt soll dafür sogar Gelände aus dem Bereich des Schulzentrums – Beachvolleyballanlage – verkauft oder zumindest angeboten haben, damit genügend Parkraum zur Verfügung steht!! Das ist geradezu ein Skandal. Das Schulzentrum Wolbeck zeichnete sich bisher dadurch aus, dass es genügend Raum für Aktivitäten in den Pausen und Unterricht im Freien zur Verfügung hatte und nicht wie die innerstädtischen Schulen auf engstem Raum nahezu eingepfercht ist. Unsere Kinder haben seinerzeit bei der Errichtung dieser Anlage selbst mit Hand angelegt und sicher etwas mehr Beachtung seitens der Stadt verdient. Fängt man erst einmal an, von dem Gelände Teile zu veräußern, werden auch andere Interessenten begehrlich und beziehen sich auf diesen Präzedenzfall.
Sollte das Vorhaben verwirklicht werden, sind drei Lebensmittelgroßmärkte in unmittelbarer Nähe versammelt. Das geht mit Sicherheit zu Lasten des einzigen Familienbetriebs Fischer. Damit wäre dann wieder ein heimisches Geschäft aus Wolbeck verschwunden. Die Beteuerungen der Fa. Lidl und der Politiker, dass das Sortiment anders sei als das der beiden anderen Supermärkte an dieser Stelle, ist auch unglaubwürdig. Die FA. Lidl macht Reklame damit, dass nur Markenartikel geführt werden. Was ist daran anders als bei EDEKA? Die Schaffung von Arbeitsplätzen kann auch kein Argument sein. Muss die FA. Fischer mit 20 Angestellten schließen, bringt Lidl höchstens die Hälfte der Arbeitsplätze. Will man das wirklich??
Weitere Argumente sprechen noch gegen die Errichtung eines Lidl-Marktes an dieser Stelle:
– Wir haben mit Aldi bereits einen Discounter für Lebensmittel in Wolbeck!
– Die Verkehrssituation am Bahnübergang wird sich erheblich verschlechtern, vor  allem wenn  LKW-Zulieferungen, Kundenverkehr aus Angelmodde und den neuen  Siedlungsgebieten im Norden Wolbecks und Kindergarten- sowie Schulwegnutzung  hier geballt aufeinandertreffen.
– Wenn man das Geschäftsgebaren der Fa. Lidl europaweit verfolgt, (siehe  Artikel in der Zeit Nr 6/05 und 13/07)kann man nur sagen:(Zitat) „Lidl ist  billig auf Kosten der Beschäftigten!“ Ich weiß nicht, ob die kath. Kirche* als  Grundstückseigentümer in ihrem sozialen Engagement glaubwürdig bleibt, wenn sie mit einer solchen Firma Geschäfte macht.
Dass offenbar alle Parteien und angeblich auch der Gewerbeverein  dieser Lidl-Ansiedlung zugestimmt haben sollen, ist aus der Sicht vieler Wolbecker Bürger unverständlich und führt sicherlich zu noch größerer Politikverdrossenheit, was zu einer noch geringeren Wahlbeteiligung führen wird.
Außerdem, die Äußerung von Herrn Lewe, dass Kritik am Umzug der Firma Schröder ins künftige Gewerbegebiet an der Münsterstraße geäußert würde, entbehrt meines Erachtens jeder Grundlage.“

* Anmerkung der Redaktion:
Der katholische Sozialverband KAB hat Lidl u.a. wegen der dortigen Arbeitsbedingungen oft kritisiert. Siehe www.kab.de

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