Lebenswerk Berthold Socha: Fotografien im Stadtmuseum Münster

Zwei Kinder streifen am Ende eines Markttages im Herbst 1970 über Münsters Domplatz. Foto: Berthold Socha/Sammlung Stadtmuseum Münster.

Auf Münster fixiert: Stadtmuseum zeigt Fotografien von Berthold Socha
Ausstellung präsentiert Lebenswerk von 1970 bis 2020 / Wertvolle Schenkung gibt Anlass für die Fotoschau
Münster (SMS) Mit der Ausstellung „Berthold Socha – Auf Münster fixiert“ wird erstmals das Lebenswerk des Fotografen im Stadtmuseum Münster der Öffentlichkeit präsentiert.

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Walk-Act begrüßt Berthold Socha. Fotos: A. Hasenkamp

Vom 6. Oktober 2020 bis zum 10. Januar 2021 sind die Aufnahmen Sochas zu sehen. Ein großer Erfolg war bereits die Ausstellung mit fotografischen Impressionen der Skulptur Projekte 1977 bis 2007 im Stadtmuseum im Jahr 2017.

Nachlass des Fotografen Socha wird dem Kulturhaus geschenkt

Am 25. September 2019 vereinbarten Oberbürgermeister Markus Lewe und Berthold Socha, dass der gesamte Nachlass des Fotografen als Geschenk dem Kulturhaus an der Salzstraße übergeben wird. Zum Anlass dieser großzügigen und wichtigen Schenkung zeigt das Stadtmuseum diese Ausstellung, die einen Überblick über das fotografische Werk von Berthold Socha von 1970 bis 2020 gibt. Berthold Socha, 1940 in Oberschlesien geboren, hat mehr als fünfzig Jahre lang in Münster vor allem Menschen und das Stadtbild festgehalten. Im Mittelpunkt vieler Aufnahmen stehen die Menschen, sei es in Gruppen oder als Einzelpersonen. Ihnen begegnet Socha stets auf Augenhöhe, immer mit Sympathie und Einfühlung, häufig auch mit einem humorvollen Blick.

Fotografie als Ruhe und Ausgeglichenheit

In seinen Fotografien hält Berthold Socha Augenblicke des münsterschen Stadtlebens mit feinem Humor fest – hier eine Aufnahme vom Motoradtreffen auf dem Prinzipalmarkt im Mai 2008. Foto: Berthold Socha/Sammlung Stadtmuseum Münster.
In seinen Fotografien hält Berthold Socha Augenblicke des münsterschen Stadtlebens mit feinem Humor fest – hier eine Aufnahme vom Motoradtreffen auf dem Prinzipalmarkt im Mai 2008. Foto: Berthold Socha/Sammlung Stadtmuseum Münster.

Fotografie bedeutet für Socha Ruhe und Ausgeglichenheit – von der Aufnahme bis zum fertigen Abzug. Das Alleinsein bei der Motivsuche mit der Kamera während seiner Streifgänge durch Münster und während der langwierigen Arbeiten in der Dunkelkammer besitzt für ihn auch immer etwas Besinnliches. Er blieb seinem liebsten Material stets treu: dem analogen Schwarz-Weiß-Film. Über die Jahrzehnte des fotografischen Arbeitens entstanden so Tausende Aufnahmen und eine gewaltige Sammlung.

Umfangreicher Nachlas – nie mit professionellem Auftrag

Der außerordentliche Umfang seines Nachlasses ist auch deshalb bemerkenswert, da er nie einen professionellen Auftrag hatte, etwas zu fotografieren. Socha hatte dennoch fast immer seine Kamera dabei, wenn er nicht in seinem Büro oder zu Hause war. Gerade weil es abseits der Auftragsfotografie zum überwiegenden Teil im öffentlichen Raum entstand, ist sein Werk ein unermesslicher Schatz der jüngsten Stadtgeschichte und eine kulturgeschichtliche Quelle Münsters von kaum zu überschätzendem Wert.

Abendstimmung an den „Giant Pool Balls" am Aasee im Juni 2013. Foto: Berthold Socha/Sammlung Stadtmuseum Münster.
Abendstimmung an den „Giant Pool Balls“ am Aasee im Juni 2013. Foto: Berthold Socha/Sammlung Stadtmuseum Münster.
Info: Die Ausstellung „Berthold Socha - Auf Münster fixiert“ läuft vom 6. Oktober 2020 bis zum 10. Januar 2021. Zur Ausstellung erscheint ein Bildband für 15 Euro. Der Eintritt ins Stadtmuseum ist frei; das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist verpflichtend.
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