Landwirte in Südost sorgen sich um Bürokratie und Wahlkampf-Feinbilder

Zuletzt aktualisiert 17. November 2015 (zuerst 1. Februar 2013).

Münster-Angelmodde.  Ernte gut, weiter Sorgen um Flächen und Bürokratie – das sind eindrücke von der Lage der Landwirte in Münsters Südosten von der Jahresversammlung des Ortsverbands Gremmendorf/Wolbeck/Angelmodde.

Die Erträge bei Getreide seien durchschnittlich bis gut gewesen, beim Mais sehr gut, blickte der Vorsitzende, Martin Homann-Niehoff, auf das Jahr 2012 zurück. Der Flächenverbrauch sei ein „großes Thema“ in Wolbeck gewesen. Auch andere als die Landwirte hätten sich „sehr kritisch zu den Ausgleichsflächen geäußert“. In der zweiten Phase des Baus der Ortsumgehung habe es bislang keine Probleme gegeben. Öffentlichkeitsarbeit lohne sich, so sein Schluss aus Aktionen wie „Bauernhof macht Schule“, der Beteiligung an der Messe Blumen – Frühling – Freizeit und zum „Tag des offenen Hofes“. Viele Mitglieder des Vereins hätten sich hier tatkräftig eingebracht. Eine Feldbegehung verband der Verein mit einem Treffen, an dem sich auch viele Jüngere beteiligten. Der Kassenstand ist positiv, resümierte Herman Aertker.
Politik beeinflusst die Lage der Bauern auf allen Ebenen: EU, Bund, Land und Stadt: Das verdeutlichte Kreislandwirtin Susanne Schulze Bockeloh. Neue EU-Regeln zum Greening würden „die Bürokratie nur noch mehr erhöhen“. Das Europäische Parlament nehme verstärkt Einfluss. Chancen auf mehr Einfluss der Bauernvertreter ergäben sich daraus, dass das neue Programm für die Gemeinsame Agrarpolitik erst später beschlossen werde. Das Parlament diskutiere sehr ernsthaft, das mache sie „hoffnungsfroh, in Gesprächen noch vieles zu erreichen“.

Tierhaltung werde vermutlich ein Wahlkampf-Thema

Tierhaltung werde vermutlich ein Wahlkampf-Thema, sorgt sich Schulze-Bockeloh, „nach dem Feindbild Atomkraft müsse ein neues her“. Die Resonanz in der Bevölkerung sei erschreckend. Dabei seien viele nie in einem Stall gewesen. „Da sind wir die Kenner“, sagte sie, wir machen das gut, wir müssen zeigen, wie wir unsere Tiere halten“. Bei Antibiotika habe man den Einsatz „erheblich minimiert“. Sorgen bereite das Verbandsklagerecht, das Tierschützern neue Möglichkeiten biete. Auf Stadtebene werde die Förderung für das Projekt „Landwirtschaft macht Schule“ um zehn Prozent gekürzt, die Pachtpreise erhöht.

Flächenverbrauch in Münster bleibt für Landwirte problematisch

Der Flächenverbrauch werde um etwa ein Drittel gesenkt: 60 Hektar im Jahr seien aber „noch eine ganze Menge“. Zum Erhalt der Artenvielfalt könnten Landwirte auch ohne Einbuße an nutzbaren Flächen beitragen, etwa durch Randstreifen und Lerchenfenster.
Im letzten Vortrag ging es darum, wie die Nährstoffbörse ein Verteilungsproblem löst – den extremen Überschuss an Nährstoffen aus Tierhaltung hier und den Bedarf dort.
Als Gäste begrüßte Homann-Niehoff auch Bezirksbürgermeister Dr. Michael Klenner und einen Vertreter der Sparkasse Münsterland-Ost.

Bitte gib der Seite ein

Verwandte Inhalte:

  • Münster-Angelmodde. Dass ein Treffen des Ortsvereins der Bauern zu später Stunde eine anspruchsvolle Breite an Themen bringt, ist normal. Bei der ersten Jahresversammlung des 2006 fusionierten Landwirtschaftlichen Ortsverbands Gremmendorf / Wolbeck / Angelmodde, zu dem auch die Bauern aus Münster-Mitte zählen, reichte der Blick am 10.01.2007 gar bis nach China.…
  • Gegen die Planung der L585n spricht sich die Ratsfraktion der Grünen aus. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 12. Dezember 2003 hervor. Die sogenannte Ortsumgehung Wolbeck werde zu einer drastischen Verschlechterung für die Menschen in Angelmodde und Gremmendorf führen, obwohl sich das Verkehrsproblem auch durch ortsinterne Lösungen in Wolbeck bewältigen ließe. Deshalb,…
  • Die Wolbecker CDU zählt den Bau einer Umgehungsstraße zu den "wichtigsten Zukunftsfragen unseres Stadtteils" und befürwortet den Bau. Auf der -  anscheinend länger nicht aktualisierten - Website heißt es am 06.01.2006: "... die wichtigsten Zukunftsfragen unseres Stadtteils wie etwa den Bau einer Umgehungsstrasse zur Beseitigung des Wolbecker Verkehrschaos im Ortskern…
  • Münster-Wolbeck. Drei Monate länger warten mache auch nichts, wenn man schon 30 Jahre auf die Ortsumgehung Wolbeck warte. Zumal sich mit den drei Monaten einige Hoffnungen für die Landwirte in Münsters-Südosten verbinden. Nicht zuletzt ihr Drängen habe zu der zusätzlichen Verzögerung geführt, sagte Heinz-Georg Buddenbäumer am Dienstagabend in der Gaststätte…
  • Münster.- Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann setzt die Reihe seiner Bürgersprechstunden in den Stadtteilen fort. Am Dienstag, 9. Mai, lädt er zur Sprechstunde für den Stadtbezirk Südost von 16.30 bis 18.30 Uhr in die Bezirksverwaltung in Wolbeck, Am Steintor 50, ein. Das teilt das Presse- und Informationsamt der Stadt Münster am…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Follow by Email
RSS