Landesmuseum Münster zeigt „Propaganda trifft Grabenkrieg“ – Plakatkunst um 1915

Landesmuseum Münster zeigt „Propaganda trifft Grabenkrieg“ – Plakatkunst um 1915
Blick von außen auf das LWL Museum für Kunst und Kultur bei der Student's Night.

Zuletzt aktualisiert 27. April 2016 (zuerst 7. Oktober 2015).

Wie versuchte Propaganda im Ersten Weltkrieg die Menschen für den Sieg zu mobilisieren? Dieser Frage geht die Ausstellung „Propaganda trifft Grabenkrieg – Plakatkunst um 1915“ (bis 10.1.2016) im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster nach.

Kampf der deutschen und antideutschen Propagandasprachen

Die Ausstellung stellt den Bilderkrieg, der das  eigentliche Kriegsgeschehen begleitete, aus wechselseitigen Perspektiven dar. Dabei lässt sie anhand von über 100 Exponaten den Kampf der deutschen und antideutschen Propagandasprachen im Verlauf des Ersten Weltkrieges drastisch hervortreten. Im Zentrum der Ausstellung, die in Kooperation mit der Universitäts- und Landesbibliothek Münster entstanden ist, steht das Plakat als Leitmedium. Darüber hinaus werden jedoch auch Karikaturen analysiert und Propaganda-Schaumedaillen aus dem numismatischen Kabinett des Museums gezeigt.

LWL-Museum für Kunst und Kultur besitzt Kriegssammlung

„Bereits seit 1914 besitzt das LWL-Museum für Kunst und Kultur eine hauseigene Kriegssammlung mit meist deutschen Sammelstücken“ so Dr. Hermann Arnhold, Direktor im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). „Aufgearbeitet und ergänzt durch Propagandaplakate aus Frankreich, England und den USA – Leihgaben von der Universitäts- und Landesbibliothek – entsteht eine Ausstellung, die detailliert den bis heute folgenschweren Propagandakrieg vor 100 Jahren nachverfolgt“, weist er auf die Bedeutung des Hauses auch als Aufbewahrungsort kulturgeschichtlich bedeutender Zeitzeugnisse hin.

1915 ein Wendepunkt auch für die Kriegspropaganda

Das Schlüsseljahr 1915 brachte den Wendepunkt auch für die Kriegspropaganda. Endgültig zerplatzten die Illusionen von kurzen Kriegsabenteuern, die die Propaganda zunächst in Wort und Bild geschürt hatte. Es folgte ein jahrelanger Grabenkrieg. „Der hemmungslose Einsatz moderner Waffen – etwa Giftgase – führte zu einem unvorstellbaren Massensterben, sodass die öffentlich propagierten Reklameklischees starker Siegertypen hart mit der Alltagsrealität und dem Elend der Soldaten zusammenprallten“, erläutert Kurator Dr. Jürgen Krause die besondere Bedeutung des Jahres 1915 für die Ausstellung.

Fortleben alter Denkmuster – bis heute?

Anlässe wie der Erste Weltkrieg vor 100 Jahren bieten immer auch die Möglichkeit, damals zentrale und bis heute aussagestarke Bildmedien wie das Plakat in seiner Bild-Text-Verdichtung erneut zu befragen. „Das teils erschreckende, unterschwellige Fortleben alter Denkmuster und Propagandastrategien des Ersten Weltkrieges bis in die heutige Zeit stimmt nachdenklich, etwa wenn wir beim Rundgang durch die Ausstellung auf die damaligen Plakate zum Ukraine-Konflikt und dem transnationalen Flüchtlingselend stoßen“, so Arnhold.

LWL-Museum für Kunst und Kultur

Domplatz 10
48143 Münster
Telefon: 0251 5907-01
Fax: 0251 5907-210
museumkunstkultur@lwl.org
www.lwl-museum-kunst-kultur.de

Dienstag bis Sonntag und feiertags 10-18 Uhr. Am zweiten Freitag im Monat ist die Sammlung bis 22 Uhr, das Foyer bis 24 Uhr geöffnet, der Eintritt in die Sammlung ist an diesem Tag frei.

Die Bibliothek hat geöffnet Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, am zweiten Freitag im Monat bis 20 Uhr.

 

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