Kultur und Sport schaffen für Flüchtlinge Zugänge in Münsters Stadtgesellschaft

Münster (SMS) Münster stellt die Weichen für die Integration der Menschen, die in den letzten Monaten in der Stadt Zuflucht gefunden haben. „Viele engagieren sich, vieles wurde bewegt. Die Bürgerschaft hat gezeigt, dass die Stadt ihrer humanitären Verpflichtung gerecht wird und diese Menschen willkommen sind“, so Oberbürgermeister Markus Lewe. „Jetzt geht es darum, den neuen Einwohnern eine echte Chance zu geben, in die Stadtgesellschaft hineinzuwachsen. Sie sollen perspektivisch ohne Unterstützungsleistungen selbstbestimmt in dieser Stadt leben und sie bereichern.“
Rund 3000 Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche wurden im vergangenen Jahr der Stadt zugewiesen. Von Januar bis Anfang April sind weitere 534 Flüchtlinge nach Münster gekommen; sie stammen insbesondere aus Syrien (42 Prozent), Irak (26 Prozent) und Afghanistan (11 Prozent). 43 Prozent der neu angekommenen Flüchtlinge waren Frauen und Mädchen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen betrug 46 Prozent. Insgesamt lebten zum Stichtag 4. April 4040 Personen in kommunalen Einrichtungen. Hinzu kommen aktuell 712 Flüchtlinge in den drei Notunterkünften des Landes.

 Zugänge zum Alltagsleben für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive

Für alle Flüchtlinge mit Bleibeperspektive gilt es verstärkt Zugänge zum Alltagsleben zu schaffen. „Die Bereiche Freizeit, Kultur und Sport sind prädestiniert, Münsteraner mit und ohne Fluchthintergrund zusammenzubringen“, so Stadträtin Cornelia Wilkens. Die freie Szene, Gruppen, Vereine, städtische Ämter und Einrichtungen zeigen nach Angaben der Dezernentin für Soziales, Integration, Kultur und Sport viel Initiative. Beispiele:

  • Die freie Szene schafft Willkommensräume, die Begegnungen und Teilhabe ermöglichen und in denen Flüchtlinge auch ihre eigene Kultur sichtbar machen können. Beispielhaft können hier etwa Cactus Junges Theater, Der Kleine Bühnenboden oder das Cinema genannt werden.- Die Stadtbücherei mit ihrem freien Wlan-Zugang wird zunehmend von Flüchtlingen besucht. Sie baut den Bestand an arabischsprachigen Büchern, an zweisprachigen Bilderbüchern und im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ aus.
  • Das Stadtmuseum plant Kreativkurse für Flüchtlingskinder.
  • Junge Flüchtlinge, die in den Herkunftsländern Musikunterricht erhalten haben, können diesen in der Westfälischen Schule für Musik kostenfrei fortsetzen; zugleich können Musiker aus den Herkunftsländern die Angebote der Musikschule durch „neue“ Instrumente erweitern.
  • Rund 40 Sportvereine engagieren sich in der Integration von Flüchtlingen. Die Sportjugend Münster, der Westfälische Turnerbund sowie das Sozialamt und das Sportamt laden gemeinsam mit sieben Vereinen am 23. April zum Trendsporttag in die Sporthalle des Hans-Böckler-Berufskollegs ein. Motto: „Grenzen überwinden – Wege ebnen“. Er richtet sich vor allem auch an junge Bewohner der städtischen Flüchtlingsunterkünfte.
  • Besonders aktiv: TSC Münster-Gievenbeck mit Angeboten für Flüchtlinge in der Oxford-Kaserne und integrativen Angeboten im Rahmen des „normalen“ Sportangebots; SC Gremmendorf mit vielen Sportangeboten in der York-Kaserne für alle in Gremmendorf lebenden Flüchtlinge.

Stadt Münster stellt sich auf weitere Flüchtlinge ein

Parallel zur Integration der neuen Einwohner bereitet sich die Stadt auf die Aufnahme weiterer Flüchtlinge vor. Im ersten Quartal 2016 konnten bereits elf Einrichtungen mit fast 1000 Plätzen in Betrieb genommen werden. Insgesamt verfügt die Stadt momentan über 4473 Plätze, die zu 90 Prozent belegt sind.
Zurzeit erfolgen nur wenige Zuweisungen. Doch das kann sich – abhängig von der Entwicklung in den Krisenregionen und politischen Entscheidungen auf europäischer Ebene – sehr schnell ändern. Deshalb ist eine Prognose aktuell nicht möglich. Das Land kalkuliert für NRW unverändert mit gleich vielen Flüchtlingen wie 2015.

„Die geplanten zusätzlichen Wohnheime muss die Stadt wie bislang vorgesehen schaffen“, sagte Oberbürgermeister Lewe. Er erinnerte daran, dass ein großer Teil der vorhandenen Unterkünfte ohnehin nur befristet zur Verfügung steht. „Mehr als 2000 Plätze befinden sich in Gebäuden, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW mietzinsfrei zur Verfügung gestellt wurden.“

Informationsabende in den Stadtbezirken Mitte und Hiltrup

Der Oberbürgermeister setzt die Reihe seiner Informationsveranstaltungen in den Stadtbezirken mit zwei weiteren Terminen fort. Am Mittwoch, 20. April, 18.30 Uhr, lädt er die Bürgerinnen und Bürger aus dem Bezirk Mitte in die Aula des Gymnasiums Paulinum, Am Stadtgraben 30, ein. Im Stadtbezirk Mitte befinden sich 20 Standorte mit fast 1200 Plätzen für Flüchtlinge. Weitere 450 Plätze werden voraussichtlich im Laufe des Jahres dazukommen.

Auch in Münster-Mitte gibt es herausragendes ehrenamtliches Engagement. Zugleich gibt es Sorgen und Ängste, wie sich der Zuzug auf die Wohnquartiere, auf Kitas und Schulen auswirkt. Solche Fragen stehen im Mittelpunkt des Abends. OB Lewe wird gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Peter Fischer-Baumeister, Fachleuten aus der Stadtverwaltung, von der Polizei und weiteren Kooperationspartnern für Fragen und Anregungen zur Verfügung stehen.

Am Dienstag, 10. Mai, 18.30 Uhr, folgt ein Informationsabend in der Stadthalle Hiltrup. Weitere Details werden rechtzeitig bekanntgegeben.

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