Klezmer: Mehr als Dabeisein Klezmer-Ensemble "Shoshana" musiziert mit Publikum als Duo in Wolbeck

Klezmer: Mehr als Dabeisein Klezmer-Ensemble "Shoshana" musiziert mit Publikum als Duo in Wolbeck
Klezmer-Ensemble Shoshana in Münster-Wolbeck. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 10. April 2018 (zuerst 21. Oktober 2016).

Münster-Wolbeck (agh). In seiner Stimmung wohl einzigartig war das Konzert des Ensembles „Shoshana“ – in der Stimmung, die es mit dem Publikum im vollen Saal des evangelischen Gemeindezentrums verband.

Das Ensemble, sonst zu dritt unterwegs, kam als Duo: Die dritte Musikerin ist „hoch schwanger“, sagte in der Pause Leonid Norinsky aus Dessau, ein Künstler am Knopfakkordeon. Er ist zugleich Sänger und Leiter des Ensembles. An seiner Seite wiegte sich mit ihrer Violine Svitlana Yudelevych, ebenfalls virtuos. Beide sind im Hauptberuf Lehrer an Musikschulen, gehen aber zwischenzeitlich in Süd- und Westeuropa auf Tournee. Beide stammen aus Kiew und der Umgebung der ukrainischen Hauptstadt.

„Shoshana“ heißt rote Lilie oder Rose. Das Repertoire des Ensembles umfasst Lieder und Instrumentalstücke, die sich auf die Tradition der Aschkenasim stützen, der mittel- und osteuropäischen Juden. Das Ensemble singt Hebräisch und  Jiddisch.

Eine Besucherin der Veranstaltung von KulturVorOrt Wolbeck lobte die kreative Ausgestaltung bekannter Titel; tatsächlich stammen die Arrangements alle aus eigener Feder. Und auch eine andere Zuhörerin, sonst kein Fan von Klezmer, schätzte die menschliche Wärme der Lieder. Die konnte das Publikum umso mehr erfahren, als es sich bald zum Mitsingen eingeladen sah. Wenn ein schönes Stück keinen Text habe, könne man doch mit Silben improvisieren – gemeinsam. Das wurde gern angenommen; Norinsky begab sich ins Publikum. Beim „Dona Dona“ sang der Saal den Refrain des Stückes mit, dessen letzte Strophe lautet: „Die armen Kälblein – sie werden gefesselt
und geschleift und geschlachtet. Wer Flügel hat, fliegt aufwärts, macht sich bei keinem zum Knecht!“. Das Lied entstand in der NS-Zeit. Später bot sich noch eine Gelegenheit zum Mitsummen – auch dazu bedurfte es keiner Einladung mehr.

Die Veranstalter freuten sich, dass wieder viele Gäste von außerhalb gekommen waren.

 

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