Kant-Chor zum fünften Male in Wolbeck Gumbinner-Chor bezaubert in unerwartet voller Christus-Kirche

Münster-Wolbeck. Die erste Überraschung beim Besuch des Kant-Chors aus Gumbinnen kam von den Besuchern: Vorgesehen war die Christuskirche, aber dann füllte sich am Sonntagabend auch der Saal bis ganz hinten; aus allen Ecken mussten Stühle herbeigetragen werden.

Drei Gesangswelten bot der Chor aus der Nähe von Kants Heimatstadt Königsberg, heute Kaliningrad. An erster Stelle stand das geistliche Lied, z. B. mit einem „Vater Unser“, „Das Abendmahl“, beides in russischer Sprache, oder dem lateinischen „Ora pro nobis“. Es folgten lyrische Werke und im letzten Teil Volkslieder, Tänze, gern etwas zum Thema „Liebe“.
Neben der stimmigen Gemeinschafts-Leistung verfügt der Chor über gute Solisten. So konnte ein Bass seine sonore Stimme einem „Räuber“ leihen, der schließlich zur Kirche findet. Und der Akkordeon-Spieler brachte feurigen Schwung ins Spiel beim „Jung bin ich, jung“.
Die Dolmetscherin Vera Urusova verstand sich   darauf, das Publikum zum Schmunzeln zu bringen. Sie hätten ein Lied aus Mecklenburg-Vorpommern mitgebracht – „Tulpen aus Amsterdam“. Das gab es dann auf Deutsch und auf Russisch zu hören. Und als Zugabe.
Der emotionalste Moment dürfte für viele das Lied „Ännchen von Tharau“ gewesen sein, ein ostpreußisches Volkslied aus dem 17. Jahrhundert oder auch das Ostpreußen-Lied.
Ebenfalls zu hören gab es „die Visitenkarten Russlands“  –  das Lied„Abendglocken“, und ein ukrainisches Kosaken-Lied.
Die neun Sängerinnen und fünf Sänger sind fast ausnahmslos Laien, doch sie singen auf hohem Niveau. Den Chor gibt es seit 42 Jahren;  Tatjana Matwejewa leitet ihn seit bald 40 Jahren. 2015 gewann der Chor einen Gebiets-Wettbewerb im Bereich der Geistlichen Musik. Der Chor hat viele erfahrene Stimmen, versteht es aber offensichtlich auch, sich zu verjüngen, ob bei den Männern oder den Frauen. Die Jüngste ist eine 20-jährige Studentin. Gern würde der Chor einmal nach „Brasiliu“ reisen – vielleicht wird es was mit den Spenden der Konzert-Besucher aus Wolbeck. Sigrid Bernitz, gebürtige Gumbinnerin, hatte 1998 den Chor angesprochen – ob er wohl einmal nach Wolbeck kommen könne? Nun war er nach Besuchen in den Jahren 2001, 2003, 2005 und 2008 zum fünften Mal in Wolbeck.

Zum Thema.:  Kowalew-Don-Kosaken in St. Nikolaus in Wolbeck

 

 

 

 

Der Chor übernachtete bei Privatleuten. Am Montag brach er nach einem Geburtstags-Ständchen für Sänger Valentin nach Ostfriesland auf, um dann am 29. September seine am 4. September begonnene Tournee zu beenden.

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Über Andreas Hasenkamp 6429 Artikel
Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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