Jugendliche sollen für Kostenfallen sensibilisiert werden

Teilen heißt kümmern!

Was sollte man beim Abschluss eines Handy-Vertrags beachten, was beim Einkauf im Internet? "Internet, Handy und Du – cleverer Umgang mit Werbung und Kostenfallen" ist der Titel eines Projekts der Evangelischen Beratungsdienste in Münster, das junge Menschen durch den Kosten-Dschungel der neuen Kommunikationsmittel führt. "Viele Jugendliche können sie zwar technisch gut handhaben, sie haben aber kein Hintergrundwissen zum finanziellen Umgang mit ihnen", kritisiert Sozialpädagogin Beate Krüger vom Beratungsdienst.

Elf Teilnehmer eines Jugendintegrationskurses des Bildungsinstitutes Münster sind zum Workshop erschienen. Die 18- bis 27-Jährigen stammen aus dem Iran, Afghanistan oder Serbien. Im Rahmen ihres Sprachkurses sollen sie durch das STÄRKEN vor Ort-Projekt Alltags- und berufliche Kompetenz erlangen. "Es geht um Sensibilisierung und Prävention", sagt Beate Krüger. "Ich will helfen, dass die jungen Leute keine Fehler machen." Sie spricht aus Erfahrung. In den Sprechstunden der Beratungsstelle tauche das Thema "Internet, Handy & Co" immer wieder auf.
"Jugendliche tappen häufig in Kostenfallen – und die Eltern können nicht helfen", sagt Beate Krüger, die den Kurs mit Kollegin Sonja Jurecka leitet. Der Zugang zu Internet, Handy & Co. werde ihnen sehr leicht gemacht, die Orientierung aber falle schwer. "Es geht darum, die Verkaufsstrategien der Anbieter zu durchblicken, nicht auf Werbemaschen hereinzufallen, das Kleingedruckte eines Vertrages zu lesen", so die Sozialpädagogin. Sie will auch klarmachen, dass man nicht einen Internet-Vertrag abschließt und bei Zahlungsschwierigkeiten und Zugangsperre einfach zum nächsten Anbieter wechselt. Und sie verweist auf die Schuldnerberatung – wenn gar nichts mehr geht.

"Wir konzentrieren uns mit unserem Angebot auf sozial benachteiligte Jugendliche", erläutert Sozialpädagogin Krüger. Geplant sei, Hauptschüler aus den Stadtteilen Coerde und Kinderhaus sowie Jugendliche in der Stadtteilwerkstatt Nord anzusprechen.

Das Programm STÄRKEN vor Ort läuft bis Ende des Jahres. Es wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert und in Münster vom städtischen Amt für Schule und Weiterbildung koordiniert und umgesetzt.