Jugendhilfe nach Maß: Auch für junge Geflüchtete Bundesjugendkuratorium (BJK) kritisiert aktuelle Forderungen nach einer Absenkung der Jugendhilfe-Standards für junge Geflüchtete

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) kritisiert aktuelle Forderungen nach einer Absenkung der Jugendhilfe-Standards für junge Geflüchtete. Diese haben den gleichen Anspruch auf Hilfe und Unterstützung wie alle anderen Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Der Zwischenruf benennt rechtliche Rahmenbedingungen und fachliche Standards, die nach geltender Fassung bereits ausreichend Flexibilität ermöglichen.

Mit seinem aktuellen Zwischenruf reagiert das Bundesjugendkuratorium auf die seitens einzelner Länder und anderer Akteure geäußerte Forderung, für geflüchtete Kinder und Jugendliche geringere Standards der Kinder- und Jugendhilfe anzulegen.

Diese Forderung widerspricht der UN-Kinderrechtskonvention, dem Genfer Flüchtlingsabkommen und den geltenden Regelungen des Kinder- und Jugendhilferechts. Mit gutem Grund gelten in der Kinder- und Jugendhilfe spezifische Standards. Diese beziehen sich unter anderem auf allgemeine Fragen des Kinderschutzes, die Unterbringung, das Betreuungspersonal, die Möglichkeiten der Beschwerde und Beteiligung. Zudem orientiert sich die Entscheidung über die Gewährung von Hilfen an der Geeignetheit und Erforderlichkeit der Hilfe. Damit ist für jeden Einzelfall die Möglichkeit der Anpassung vorhanden.

In den vergangenen zwei Jahren sind höhere Zahlen junger Menschen nach Deutschland geflüchtet. Dies hat zu erhöhten Kosten der Kinder- und Jugendhilfe geführt. Dies kann jedoch kein Argument für eine Absenkung der Hilfestandards sein.

Das BJK ruft alle beteiligten Akteure zu einer sachlichen Debatte über die Bedarfe junger Geflüchteter auf, die ausschließlich von den Maßstäben der Erforderlichkeit und Geeignetheit gesteuert wird.

Den Zwischenruf „Kinder- und Jugendhilfeleistungen nach Maß: Junge Geflüchtete haben den gleichen Anspruch wie alle jungen Menschen“ erhalten Sie als PDF zum Download oder als Printexemplar unter: www.bundesjugendkuratorium.de

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.

Bitte gib der Seite ein

Verwandte Inhalte:

  • Die Stadt beflaggt das Stadtweinhaus am Sonntag, 28. August, mit den Fahnen der Niederlande, der Bundesrepublik und der Stadt Münster. Sie erweist damit dem Deutsch-Niederländischen Korps ihre Reverenz, dessen zehnjähriges Bestehen mit einem Festakt im Rathaus begangen wird.
  • Münster.- Welche Ziele sollte Münster in den nächsten Jahren erreichen? Welche Feste werden wie oft besucht und wie kommen sie bei den Besuchern an? Die Antworten auf diese und weitere Fragen der Bürgerumfrage 2006 liefern aktuelle Informationen für ein bürgerorientiertes und kostenbewusstes Leistungsangebot der Stadt Münster. 5200 repräsentativ per Zufallsverfahren…
  • Münster.- Was haben die Schauspielerin Marianne Rogée ("Lindenstraße") und Johanne Walhorn, die Gründerin des Anna-Krückmann-Hauses gemeinsam? Welchen Einfluss nahm Gisela Naunin auf das Grundgesetz?  Wie machte Berta Hüffer Politik? Und wie radikal waren die Ansichten von Mathilde Franziska Anneke? Antworten darauf liefert eine Ausstellung im Stadthaus 1. Ihr Titel: "Frauenbilder:…
  • Münster.- Mit der Situation von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund befasste sich die jährliche Klausurtagung der "AG Mädchen". Fragen im Zusammenhang mit der kulturellen Zugehörigkeit und dem Aufenthaltsstatus dieser Mädchen sind auch eine Herausforderung an die Jugendhilfe, so die Vertreterinnen der Jugendhilfeträger in der Arbeitsgemeinschaft (Bild). Außerdem ging es…
  • Münster.- Der schönste Tag im Leben von Klaus Fennenkötter und Judith Krützkemper  markiert am 24. Mai 2006 einen historischen Tag für Handorf. Zum ersten Mal in der Geschichte seit der Einführung deutscher Standesämter im Jahr 1874 können Brautpaare sich das Ja-Wort in Handorf geben. Klaus Fennenkötter und Judith Krützkemper werden…
Follow by Email
RSS