Jazzwang-Zoo-Band begeistert im Gallitzin-Haus – Abgeklärte Freunde des Experiments

Zuletzt aktualisiert 27. Juli 2020 (zuerst 18. Juni 2005).

Münster-Angelmodde.  Einfallsreichtum, viel Gefühl für die Mitspieler und musikalisches Können machten aus einem Konzert von Jazzwang-Zoo im Gallitzin-Haus in Angelmodde ein Klangerlebnis von besonderer Qualität. Franz-Josef Ruwe, als ehemaliger Geschäftsführer des Gallitzin-Hauses zur Begrüßung eingesprungen, versprach „Musik, die Laune macht“. Die wenigsten Zuhörer wussten, was sie erwartete. Dass sie beeindruckt waren, brachten sie anschließend im zwanglosen Gespräch mit den Musikern in Fragen und Lob zum Ausdruck.

Mainstream-Jazz ist es nicht, eher Rock mit starkem Jazz-Einschlag, oder Jazz mit Rock, erklärte Schlagzeuger Ben G. Lovends. Und zwar ein Einschlag aus dem späteren Jazz, den weniger Swing und Bläser prägten. Patkow Braticksky bearbeitete an diesem Samstagabend eine Bass-Gitarre und Niki Niclas sang zur Gitarre.
Viele Details verrieten, wie gut die drei ihre Instrumente beherrschen. Nicht immer so deutlich sichtbar wie bei Braticksky, der mit dem Geigenbogen der Bass-Gitarre Töne entlockte, die Finger nicht schaffen können. Lovends setzte in der Intro zu den Läufen seiner Mitspieler kontrastierend stumpfe Klänge und beherrschte auch die leisen Töne und Effekte des Schlagzeugs zur Entwicklung des Leitmotivs.
Der Intro folgten Eggs-Duett, Otion, Rockefella und Pont d’Arc. Eine besondere Stärke der drei ist die improvisierende Entwicklung von Themen – sie können durchaus eine halbe Stunde lang aus einer Akkordfolge ein Thema immer weiter treiben und neue Kapitel eröffnen. Wie eine Ballade. Die gute Abstimmung etwa zwischen Gesang und Schlagzeug erklärt Braticksky ganz bescheiden: Sie seien ja nur zu dritt.
Patkow Braticksky und und Niki Niclas lernten an der Musikschule Wolbeck. Braticksky begann mit klassischer Gitarre und stieg dann, dem  Bedarf einer Band folgend, in die Bass-Gitarre ein. Ben G. Lovends stammt aus Ostbevern und besuchte die Lohburg.
Seit gut zwei Jahren spielt Jazzwang-Zoo gemeinsam; geübt wird im ehemaligen Luftschutz-Bunker in Münster. Sie traten unter anderem im Gleis 22 auf, in der Frauenstraße oder jüngst bei einem Festival in Billerbeck.
Braticksky verriet an diesem sommerlichen Abend eine Projektidee der talentierten Musiker: Einen Stummfilm will Jazzwang-Zoo musikalisch unterlegen.

Die drei ernteten dankbaren, kräftigen Applaus.

Foto (angelmodde-gallitzin-jazzwang-zoo- 20050618-1556.jpg):

Sie beeindruckten mit ihrer freien Entwicklung schöner Themen: Patkow Braticksky, Ben G. Lovends und Niki Niclas.

-Ende-

 

Kontakt: Patkow Braticksky – Mobil: 0174-6207247, jwz@web.de
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