Besser abgestimmt und weniger: Projekt zu Medikation in Münster erfolgreich InTherAKT: ein bleibender Leuchturm oder ein Strohfeuer?

Besser abgestimmt und weniger: Projekt zu Medikation in Münster erfolgreich InTherAKT: ein bleibender Leuchturm oder ein Strohfeuer?
Drei Berufsgruppen Hand in Hand: Beim Pilotprojekt in Münster hat es funktioniert. Dr. Isabel Waltering, Kai Martens, Jürgen Osterbrink, Peter Münster, Karin Reismann und Maria Klein-Schmeink bei der Abschlussveranstaltungn zu InTherAKT Arzneimittel im Altersheim Gesundheitspolitiker diskuktieren mit Gesundheitsexperten. Foto: A. Hasenkamp.

Münster. Weniger Arzneimittel nehmen, gezielter, dabei Unverträglichkeiten mindern und so Lebensqualität steigern bei denen, bei denen das Problem besonders drängt, den Älteren: Darauf zielte das in Münster verfolgte Pilotprojekt InTherAKT, das am Freitag endete. Im Regierungspräsidium Münsterberichteten Akteure, Gäste konnten fragen.

InTherAKT verknüpfte Pflegekräfte, Apotheker, Ärztinnen

Das zweijährige Projekt zielte speziell auf Schmerzmittel im Altersheim. Drei Berufsgruppen arbeiteten im engen, schnellen Austausch; Kräfte aus der Pflege wirkten mit, Apotheker und Ärzte, verknüpft über eine Online-Plattform: Es geht und es wirkt. Das zeige das Pilotprojekt in Münster; Münster sei ein „Leuchtturm“, so der Projektleiter, Professor Jürgen Osterbrink, Münsteraner und mit Professorin Maria Flamm beschäftigt an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg.
Ob man denn glaube, dass eine Abstimmung der Medikamentierung normal sei im Gesundheitswesen, frage Osterbrink? Seine Antwort: „Das ist mitnichten so.“
Der Hausarzt Dr. Peter Münster berichtet aus dem Projekt von der zum Teil drastischen Senkung der Zahl der eingenommenen Medikamente; Osterbrink präsentierte dazu eine statistische Auswertung. Auch Dr. Isabel Waltering, Pharmazeutin an der WWU Münster und seit Jahrzehnten in Apotheken im Einsatz, berichtete aus der Praxis: Die zeige ein anderes Hindernis, den zum Teil abenteuerlichen Umgang einiger Patienten mit Medikamenten.  Da wird zerkaut, was langfristig Wirkstoffe abgeben soll, oder mit dem Fleischklopfer zerbröselt und in die Sonne gelegt.
„Mehr Leuchttürme“ wünscht sich Kai Martens, Geschäftsleiter Deutschland der Grünenthal GmbH, selbst ein Pharma-Hersteller, der das Projekt gesponsert hatte.

Umsetzung fraglich in einem rückständigen Deutschland

Selbstverständlich ist die weitere Umsetzung in Deutschland nicht, machte Maria Klein-Schmeink klar, die gesundheitspolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen: Deutschland liege hier weit zurück gegenüber etwa den Niederlanden oder Österreich, das Aushandeln zwischen den mächtigen Akteuren im Gesundheitswesen koste viel Zeit. Aber „grundsätzlich bin ich eine Freundin der Selbstverwaltung“, sagte sie. Sie setzte auf Handeln in den Kommunen.
Martens erwartet Initiative auch von den Kostenträgern. „Was kommt denn danach?, fragte Bürgermeisterin Karin Reismann, die die Initiative und die in Münster darin engagierten Kräfte in Pflege, Praxen und Apotheken sehr lobte. Die weitere Umsetzung der Erkenntnisse ist ungesichert. Osterbrink setzt auf Nachbohren bei den Akteuren in Politik, Kassen und Selbstverwaltung. Die webgestützte Plattform ist im Prozess der Patentierung. Eine weitere Baustelle ist die Qualifizierung der Pflegekräfte.

Kooperationspartner des Projekts InTherAKT

Kooperationspartner des Projekts InTherAKT sind die Paracelsus Medizinische Privatuniversität als Projektleitung, die Apothekerkammer Westfalen-Lippe, der Hausärzteverbund Münster und die WWU Münster ergänzt von der Facharztinitiative Münster, Certkom Barmer GEK, der Stadt Münster, der Bezirksregierung Münster und dem EUPSF und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Teilnehmende Einrichtungen des Projekts waren zehn Altenpflege-Einrichtungen, zwölf Apotheken und 15 Hausärzte und Hausärztinnen.

 

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