Inklusiver Aktionstag mit Übungen für den Alltag

Inklusiver Aktionstag mit Übungen für den Alltag
Rollstuhlnutzer und "Fußgänger" wie Ulrike Leifert-Wagner (m.) erobern sich neue Spielräume mit Axel Görgens. Foto: A. Hasenkamp.

Teilen heißt kümmern!

Kippeln und Rückwärtsfahren eröffnen neue Freiheiten für Rollstuhlnutzer

Münster-Hiltrup. Der inklusive Aktionstag in der „Die Residenz Münster“ war nicht der erste, aber ein diesmal anders gestalteter mit einigen Aha-Effekten für die Teilnehmer. Der Tanzsportverein hatte am Samstag zu Mobilitätstraining und Tanz-Workshops eingeladen, in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Münster und dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen. Man startete mit Mobilitätstraining für Rollstuhlnutzer, es gab Rollstuhltanz für Singles, einen Schau-Tanz mit einem Duo und Tänze der „Cool Movies“, ein inklusives Tanzangebot für Fußgänger, Rollstuhl- und Rollatornutzer und zum Abschluss Training für Rollatornutzer und einen Workshop Rollator-Tanz

Nicht nur an Tanz soll man denken, so der Trainer Axel Görgens vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband beim Mobilitätstraining für Rollstuhlnutzer, er baue in seine Trainings immer auch Training für den Alltag ein. Das demonstrierte er den Dutzend Teilnehmer. Ein Seil auf dem Boden stand für einen Zweig – der reicht schon, um einen Rollstuhlnutzer vor Probleme zu stellen, da die vorderen Räder meist sehr klein sind. So zeigte er, wie man dieses Problem überwindet. Grundsätzlich muss der Rollstuhl richtig eingestellt sein – das sei leider bei der Mehrheit nicht der Fall. So flogen zunächst einige Sitzkissen in die Ecke, um eine günstigere Distanz von Hand und Radachse zu schaffen. Dann wurde geübt – und es war manches freudige „Aha“ zu hören.

Ein die größte Hürde seien häufig die Partner oder Eltern, so Görgens. Denn sie würden dem Partner im Rollstuhl oder dem eigenen Kind häufig zu wenig zutrauen, das Probieren verhindern und so der Selbstständigkeit im Wege stehen. Dann sei keine Teilhabe an der Gesellschaft möglich. Die Gruppe übte fleißig Dinge wie „die Kunst des Kippelns“ und Tricks beim Rückwärtsfahren.  „Man muss ein Gefühl dafür bekommen“, so Görgens. Da gab es vor einer Stärkung noch eine kurze Demo des Tanz-Duos Alina Meissner und Vanessa Zellmann aus Krefeld.

„Es hat mir ganz viel gegeben“, sagte Ulrike Leifert-Wagner, Sprecherin Breitensport in der Residenz. Sie freute sich schon auf die Gelegenheit, mehr über den sportlichen Umgang mit dem Rollator zu erlernen.

Das Angebot gehört nicht zum Standard-Programm der Residenz. Einige Teilnehmer des Workshops zeigten aber schon ihr Interesse.