Im Sofa die Polonaise genossen / Spaziergang zu den alten Wolbeckerinnen

Im Sofa die Polonaise genossen / Spaziergang zu den alten Wolbeckerinnen
Die Referenten Bernhard Karrengarn (v.l.) und Heinz Gallenkämper stehen vor einem Foto, das links noch die Mauer vor der Gaststätte Sültemeyer zeigt - und Kopfsteinpflaster. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Teilen heißt kümmern!

Zuletzt aktualisiert 16. Oktober 2020 (zuerst 10. Oktober 0017).

Filmabend mit Heinz Gallenkämper füllt das Pfarrheim

Münster-Wolbeck. Ein Spaziergang durch Wolbeck verspricht immer einige Begegnungen, ganz besondere der „Spaziergang“ durch das Wolbeck insbesondere der 60er und 70er Jahre, den am Freitagabend der Heimatverein bot.

Heinz Gallenkämper hatte in sein Filmarchiv geschaut und eine Fülle von Sequenzen herausgefiltert; hinzugefügt hatte er noch Material der Familie Lasthaus von z.B. einer Hochzeit.

Was erschien da nicht alles vor den Augen der etwa 100 Gäste im vollen Saal des Pfarrheims:

„Ist das Werner Linnemann?“, viele Familiennamen schwirren im Raum: Telges, Langkamp, Markfort, 100 Jahre kfd 1998 – gefeiert im Saal des Gartenbauzentrums, „Nee, dat ist Heinz Mentrup!“, „die schöne Marie“, die eine große Wohltäterin war, auch in Zeiten, als es noch ein Armenhaus gab in Wolbeck, das Fußballspiel einer Nachbarschaft am Brandhoveweg, Nachbarn schmücken zur Silberhochzeit an der Münsterstraße, Pfarrer Konrad in einer Messe nach alter Liturgie; eine Braut trägt üppigen Schleier: „Wer ist das?“ „Ich“, sagt eine Frau eine Reihe hinter der Fragenden.

Der alte Graf Merveldt spricht auf den Stufen des Drostenhofs nach dem Fahnenschlag für seine Familie; Stullen schmieren an einer Schänkstation („Für jeden ist ein Schnittchen da, sonst haben sie Pech gehabt“); die Polonaise des Offizierscorps der Achatius-Bruderschaft mit etlichen Zuschauern am Straßenrand („da sitzen welche im Sofa vor der Haustür!“). Nach der Spaziergangs-Pause bot Gallenkämper noch eine Hommage an die örtlichen Darsteller der für den Heimatverein gedrehten Filme: Etwa von der  Kirchenführung mit Dr. Siegfried Kleymann und Torsten Schwarte durch die alte Sakristei und zu den Glocken, die älteste von 1487; die nachgestellte „Jagd“, wie sie hohe Herren im 19. Jahrhundert betrieben, Bernhard Bussmann spricht Platt, und einiges mehr – „ein kleines Dankeschön an die Mitwirkenden“, so der Filmer. „Ich mach‘ alles, was für Wolbeck ist“, habe Kalli Hinkelmann gesagt, „Ich glaube, diese Einstellung ist auch heute noch vorhanden.“.

Bernhard Karrengarn, der Vorsitzende des Heimatvereins Wolbeck, dankte Gallenkämper. Großer Applaus im ganzen Saal, in dem auch eine Reihe jüngerer Besucher saß. In diesem Zuschnitt waren die Filmelemente erstmals gezeigt worden.