Im Kopf geht die Geschichte weiter

Sendenhorst. Wenn einer Geschichten erzählt, soll nichts zwischen ihm und dem Publikum sein. So hielt es am Samstagabend auch Gidon Horowitz beim Auftritt in Haus Siekmann. Er sprach frei. Und neben dem professionellen Erzähler hatte der Vorsitzende des Fördervereins Haus Siekmann, Jürgen Krass, das Duo „Très bien ensemble“ gewinnen können: Katharina Müther, in Sendenhorst schon mehrfach aufgetreten, und den Cellisten Thomas Himmler. Gemeinsam gestalteten sie für die Gäste an den zehn Tischen das Thema „Schön wie der Mond – Melodien und Geschichten von der Liebe“.

Zur Eröffnung besang Müther von Himmler begleitet eine dunkelhäutige Schönheit, „Morenica“ und Horowitz lieh in der fesselnden Geschichte vom Granatapfel-Baum seine Stimme einer bösen Hexe. Die Musik sei „eine wunderbare Ergänzung“ sagte der Erzähler, der auf ein Vierteljahrhundert Erfahrung zurückblickt und Dutzende Geschichten im Repertoire hat, in der Pause. Müther pflichtete ihm bei: Ein elfjähriger Junge habe ihr einmal gesagt: „Während der Musik geht die Geschichte in meinem Kopf weiter.“

Märchen sind immer gut für eine Reise durch die Welt: Ob Osteuropa, Persien oder Nigeria, überall hat man sich gefragt, wie man den wirklich Liebenden findet, dem Geliebten hilft, was wesentlich ist in der Liebe? Horowitz entführte mit einer chassidischen Geschichte aus einer Talmudschule durch ein Bad in ein Königreich und zurück in bescheidene Verhältnisse: „Und er hütete seine Familie, denn er hatte auch erfahren, wie schnell sein Glück zerbrechen konnte.“

Müther beherrscht nicht nur ihre Stimme, sie spielt auch virtuos Gitarre, an diesem Abend leider nur einmal, und vor allem das Akkordeon. Und gerade letzteres bietet ihr die gekonnt genutzte Chance, sich zur Musik zu bewegen und in der Mimik mitzugehen. Himmler zeigte sich zum Schluss auch gesanglich als harmonierender Begleiter.

Zum Thema.:  A-CAPPELLA- BUNDESCONTEST 2008 in Sendenhorst: Gastfamilien gesucht

Der Applaus, eine Liebeserklärung von Jürgen Krass – „Ich liebe Euch!“ – und noch ein Schuss rhetorischer Zwang von Krass bewegten Himmler und Müther zu einer zweiten Zugabe: „Bei Mir Bist Du Schoen“. Und auch Horowitz schüttelte locker eine aus dem Ärmel: „Nachdem wir Musik und Sprache haben, bekommen sie immer zwei Zugaben.“ Seine handelte von einer anderen Liebe, der Bruderliebe, die Frieden gibt.

Bevor das Programm des Fördervereins in die Sommerpause geht, präsentiert Heinz Christ am 9. Mai um 15 Uhr Sandsteinarbeiten. 

Das Trio

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Katharina Müther in Haus Siekmann

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Gidon Horowitz, der Erzähler

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Thomas Himmler, Cello

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