Hiltruper Orgelfestwochen 2018: Orgel-Mezzo zum Auftakt

Hiltruper Orgelfestwochen 2018: Orgel-Mezzo zum Auftakt
Nutzen die Möglichkeiten der Orgel in St. Clemens beim Auftakt-Konzert der Hiltruper Orgelfestwochen: Henk Linker und Valeria Boermistrova. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 10. April 2018 (zuerst 14. Januar 2018).

Münster-Hiltrup (agh). Mit einigen weihnachtlichen Vorzeichen versehen war das Eröffnungskonzert der Hiltruper Orgelfestwochen. Am Sonntag gesellte sich zudem zum Organisten, Henk Linker, eine Sängerin: die Mezzosopranistin Valeria Boermistrova.
Modern sind die ersten drei Stücke: Das „Adeste fidelis“ von Jeremy Jackman, das schon eine ausgewogene Relation von Orgel und Stimme verspricht, das „Ave Maria“ von Jehain Alain, von Flor Peeters ein Auszug aus den Zehn Orgelchorälen, dessen Finale in abgrundtiefer Ewigkeit verklingt. Peeters‘ Orgelsolo ließ sich nutzen, zu sinnieren, wie wohl die Stimme aus menschlicher Kehle geklungen hätte.
Das Sphärisch-Himmlische im Klang des Werks von Alain, es prägt eine der das Konzert beendenden Variationen über „Adeste fidelis“ aus der Feder von Marcel Dupré und schließt so den Kreis: Da ist die Werkauswahl wieder in der Moderne angekommen.
Eingeschlossen in die Logik des durchweg stark wie eine Andacht gehaltenen Konzerts ist Literatur des 16. bis 19. Jahrhunderts: Das Weihnachts-Erleben der Hirten bei Lodovico da Viadana im „Quem vidistis pastorem“, mehrfach der Gruß an Maria, die Königin, Claude Balbastres ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, dann das im Gesang besonders berührende „Heil’ge Nacht“ von Joseph Rheinberger.
„Damit kann man fast alles machen“, sagt Linker und meint die Orgel: Ihre vielen Register erlaubten es ihm auch, eines seiner Lieblingsstücke zu spielen, die „Variations Sérieuses“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Opus 54.
Die Schwellwerke der Orgel ermöglichten es Linker, die Lautstärke zu dosieren für eine Balance mit dem Mezzosopran. Nicht zuletzt die Sängerin konnte sich über den guten Besuch freuen: die Zahl der Besucher entsorgte weitgehend den unerwünschten Nachhall, zum Wohle der Text-Verständlichkeit.

Hiltruper Orgelfestwochen 2018: Orgel-Mezzo zum Auftakt 2
Nutzen die Möglichkeiten der Orgel in St. Clemens beim Auftakt-Konzert der Hiltruper Orgelfestwochen: Henk Linker und Valeria Boermistrova. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Stark war der verdiente Applaus für das harmonische Duo aus Almelo, das seit 1995 als Duo „Orgel-Mezzo“ zusammenarbeitet und über Europa hinaus auftritt.

 
Die Hiltruper Orgelfestwochen l2018 assen an den folgenden zwei Sonntagen jeweils um 17 Uhr zunächst Henk Plas hören mit Werken von César Franck, Jehan Alain und Louis Vierne, dann am 28. Januar Gijs van Schoonhoven mit Werken von Christiaan Frederik Hendriks jr., Anton Heiller und Bert Matter.

Weitere Veranstaltungen in Münster-Hiltrup

Bitte gib der Seite ein

Verwandte Inhalte:

  • Neues Festival in Münster: Treibgut-Premiere sogar internationalVon Andreas Hasenkamp. Münster. Zwei Newcomer, dazu zwei weitere Text- und Ton-Künstler aus Münster und Umgebung: So stellt sich Frank Romeike das Format von „Treibgut“ vor. Am Freitag startete die Konzert-Reihe im Pavillon des Schlossgartens sogar international: Zu Sonja Hintze, Gerd Schossow und dem Duo „FRINK“ mit Romeike und Herbie Streckmann…
  • Christian Bleiming zum 10.Münster-Hiltrup (agh). Vor dem zehnten Konzert mit Christian Bleiming in der Reihe "Boogie-Woogie Power-Train" würdigte Stefan Hesse vom Freiwilligen-Team des Kulturbahnhofs das kleine Jubiläum. Rückblick: „Machen wir mal ein Konzert“, so habe man sich im Sommer 2015 gedacht, „und schauen wir mal, was passiert. Ich hätte mir in den kühnsten…
  • Münster, 29.05.2014. Drei Chöre sangen zu Christi Himmelfahrt gleichzeitig im vollen Paulusdom: Der Osnabrücker Jugendchor im Altarraum, die Capella Ludgeriana im nördlichen Seitenschiff, der Domchor im südlichen. [mit Fotos]     Das Konzert „Klingender Dom“ mit mehrchörigen Werken alter Meister von Schütz über di Lasso bis Gabrieli war im häufigen,…
  • Großartiger Ausdruck von Hindemith bis Schubert: Volodymyr LavrynenkoMünster. Nicht zuletzt einen Schubert-Könner erwartete das Publikum beim Klavier-Konzert mit Volodymyr Lavrynenko im Erbdrostenhof, und bekam noch mehr in der Reihe „Chapeau classique“ der GWK. Zuerst Beethovens Sonate op. 14 Nr. 2 G-Dur, die schon das hochenergetisch Aufgeladene des ganzen Programms vertritt. Die fein abgestufte Dynamik, die der Pianist…
  • Orgelwochen enden mit schöner Toccata und „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“Münster-Hiltrup (agh). Bald wird sie verpackt – oder auch ausgebaut, das ist nicht sicher. Auf jeden Fall war es fürs Erste das letzte Konzert auf der Orgel von Sankt Clemens, das am Sonntagnachmittag eine ungleiche Trilogie von Konzerten der Hiltruper Orgelwochen beschloss. Vielleicht auch deshalb war das Konzert sehr gut…
Follow by Email
RSS