Hilfe im Namen der Caritas St. Nikolaus Wolbeck / Hermann Liesert verabschiedet

Münster-Wolbeck. Im Kreis anderer Ehrenamtlicher der Caritas St. Nikolaus Wolbeck verabschiedete Horst Saadhoff am Dienstag Hermann Liesert nach gut 20 Jahren Engagement.

Mit am Tisch: Leonie Dierkes, Ansprechpartnerin für Familien, Integration und Schule, Christel Roer, viel mit Buchhaltung und dem Organisieren der Haussammlungen befasst, für die 30 bis 40 weitere Ehrenamtliche in Wolbeck aktiv sind, Annegret Richter, Verbindungsglied von Caritas und Pfarrgemeinderat sowie wesentliche Kraft im Ökumenischen Netz kleiner Hilfen, Brigitte Heßling, Mittlerin zum Achatius-Haus und viel mit den Senioren befasst, ob es um Ausflüge geht, den „Kaffee am Sonntag“ oder Weihnachtsgrüße. Auch Wilfried Sudmann ist dabei, der sich nach der Pensionierung dazu entschloss. „Er macht 'ne Menge“, sagt Saadhoff. Und auch die an diesem Tag abwesende Agnes Wulfers hat ihre Aufgaben.

Ein breites Feld und doch nur ein Teil des Aufgabenspektrums der Caritas. „Ich hatte gehofft, dass jemand von der Geistlichkeit kommen würde“, sagt Saadhoff und berichtet vom Wirken des verdienten, 81-jährigen Mitglieds, dass er nun leider verabschieden müsse.
Im Pfarrgemeinderat suchte sich Liesert Anfang der 90er Jahre, Pfarrer war Dr. Matthias Conrad, ein Arbeitsfeld. „Rentner“, sagte Liesert sich mit 63, „dafür bin ich noch zu jung.“ Conrad bat um Hilfe für eine Familie. Daraus wurde ein vielfältiges Engagement.
Wesentlichen Anteil hatte Liesert am Aufbau der Kleiderkammer Südost, für die das Sozialamt einen Container an die Anlaufstelle „Am Hohen Ufer 111a“ stellte, und die von den vier katholischen und zwei evangelischen Gemeinden getragen wird. „Vorgelebte Fusion“, sei das, kommentiert Sudmann.

Auch die regelmäßige Sprechstunde der Caritas geht auf Liesert zurück, dessen Vorgänger Felix Engelbert war. Inzwischen öffnet sie im Pfarrheim jeden 2. und 4. Dienstag von 15.30 bis 17 Uhr ihre Tür.
Vieles in Lieserts Ehrenamt lief unsichtbar und jenseits der Bürozeiten. Er wurde auch schon mal „nachts aus dem Bett geschmissen“. Der gelernte Textileinzelhandels-Kaufmann und spätere Versicherungsangestellte stellt sich dem Papierkrieg mit Behörden, wenn notleidende zu schüchtern waren oder kapitulierten. Manches wusste er gegenüber hartleibigen Behördenvertretern durchzusetzen – ein „fürchterlich“ entfährt ihm während Saadhoffs Bericht. Positiv verlief vieles beim Sozialamt. Die wussten bald Bescheid: wenn Liesert einen Antrag vorbereitet hatte, stimmte alles – dann lief alles schnell.

Die größte Freude lag für Liesert darin, wenn er etwas anpacken konnte und es geklappt hat.
„Armut gibt es auch in Wolbeck. Man sieht sie nur nicht“, sagte am Vortag Lieserts Frau Rosemarie.
Auch ihr galt der Dank Caritas-Aktiven –  sie musste öfters auf ihn verzichten.

Info Caritas:
„Die Caritas St. Nikolaus bietet Beratung und Hilfe für Menschen an, die in eine finanzielle und persönliche Notlage geraten sind. Hilfe wird gewährt in persönlichen und materiellen Schwierigkeiten, in der Begleitung zu Behörden, Pflege- und Krankenkassen, Arbeitsämtern, Versicherungen und Versorgungsämtern, in der Unterstützung beim Ordnen schwieriger Lebenssituationen.“ (Website St. Nikolaus)
 

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