Helmholtz-Gemeinschaft gründet Institut in Münster

Neuer Schub für die Spitzenforschung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU): Die Helmholtz-Gemeinschaft hat beschlossen, in Münster ein Institut zu gründen. Das "Helmholtz-Institut Münster" (HI MS) ist eine Kooperation des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen mit der Universität Münster. Die Forscher des neuen Instituts wollen elektrochemische Energiespeichersysteme als eine wesentliche Voraussetzung für neue Energiestrategien untersuchen. Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert das neue Institut mit jährlich über 5,5 Millionen Euro für Personal, Betrieb und Investitionen. Auch das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium unterstützt die Gründung mit einer auf fünf Jahre verteilten Anschubfinanzierung über insgesamt elf Millionen Euro.

Enge Kooperation mit MEET in Münster

Mit dem Batterieforschungszentrum MEET verfügt die Universität Münster bereits über eine renommierte Einrichtung, die sich mit dem Zukunftsthema der Energiespeicherung beschäftigt. Der Entscheidung der Helmholtz-Gemeinschaft war eine intensive Begutachtung der drei Kooperationspartner durch eine mit internationalen Experten besetzte Kommission vorangegangen. Die Gutachter bewerteten die Pläne als "wissenschaftlich exzellent". Die zu erwartenden Ergebnisse hätten das Potenzial, den erhofften Durchbruch der Elektromobilität zu beschleunigen und zugleich die stark schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen für die Versorgung der Bevölkerung verlässlicher zu machen. "Durch die enge Zusammenarbeit mit der Universität Münster schaffen wir eine Forschungseinrichtung, die auf dem gesellschaftlich bedeutenden Feld der Energieversorgung für Gesellschaft und Wirtschaft existenziell wichtige Beiträge leisten wird", betont der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Jürgen Mlynek.

Mit der Arbeit im neuen "HI MS" knüpfen die Partner auch an den Schwerpunkt Materialforschung des Fachbereichs Chemie und Pharmazie der WWU an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sich speziell der Untersuchung von Elektrolyten und ihrem Verhalten in elektrochemischen Energiespeichersystemen wie Batterien widmen. Am MEET bildet die Elektrolytforschung bereits eine Kerntätigkeit, die erst kürzlich an Bedeutung gewonnen hat, da das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Aufbau eines neuartigen Elektrolytlabors finanziell fördert. "Mit dem Helmholtz-Institut wird dieser wichtige Forschungszweig verstetigt", unterstreicht "HI MS"-Gründungsdirektor Prof. Dr. Martin Winter, der auch wissenschaftlicher Direktor am MEET ist. "Wir freuen uns, mit dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen zwei starke Partner an unserer Seite zu haben."

Forscher untersuchen elektrochemische Energiespeichersysteme

Zwischen dem "HI MS" und MEET wird es enge Kooperationen geben, um Synergieeffekte zu nutzen. Auf dieses Potenzial hebt auch WWU-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles ab. "Mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fachbereichs Chemie und Pharmazie und vor allem des Batterieforschungszentrums MEET bringt die Universität Münster exzellente Forschung in diese neue Partnerschaft ein. Ich bin sicher, dass das Helmholtz-Institut Münster neue und zukunftsweisende Impulse für die Themen Energiespeicherung und Elektromobilität setzen wird."

Elektrolyt: Als Ionenleiter macht der Elektrolyt den Stromfluss zwischen Minus- und Pluspol und somit das Funktionieren einer Batterie überhaupt erst möglich. Da er vor allem die Sicherheit und Lebensdauer des Systems stark beeinflusst, spielt er eine Schlüsselrolle in der Forschung. Die Ergebnisse der Arbeit am "HI MS" sollen dazu beitragen, Energiespeicher für mobile und stationäre Anwendungen zu verbessern und so den Durchbruch der Elektromobilität zu beschleunigen und die Nutzung schwankender erneuerbarer Energie zu sichern.

Helmholtz-Gemeinschaft: Das "HI MS" ist das siebte Helmholtz-Institut. Die Institute berufen ihre leitenden Wissenschaftler gemeinsam mit der Partneruniversität. Über die Vernetzung der gemeinsamen Forschung mit einschlägigen Partnerinstitutionen vor Ort und überregional entwickeln sich die Helmholtz-Institute zu Schwerpunktzentren auf ihrem wissenschaftlichen Gebiet.  Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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