Heimatfreunde Angelmodde wollen Bildstock am Twenhövenweg bewahren

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Münster-Angelmodde. „Wenn die Wolbecker eine Antonius-Kapelle bauen können, dann werden wir noch einen Bildstock erneuern können.“ Nach drei Jahren Vorbereitung freut sich am Donnerstag Professor Kajo Plassmann über den Start. Mit dem Vorsitzenden der Heimatfreunde Angelmodde, Georg Volbers, dem Bildhauer Fabian Janning, dem Restaurator Beat Sigrist und Beate Buttermann von der Stadtsparkasse Münsterland Ost steht er mitten in Gestrüpp und Bäumen vor dem Bildstock am Twenhövenweg.

Um 1750 ist dieser wohl älteste Bildstock der Gemeinde entstanden, nach Vermutung eines Chronisten in jener Zeit, als Münsteraner und Angelmodder Bürger zum Margarethen-Fest nach Wolbeck durch Angelmodde zogen. Der Bildstock gehört zum früheren Gutshof des Pastors von Angelmodde, dem heutigen Hof Buddenbäumer.

Die Fünf blicken auf die lädierte Fläche, die einmal die Frontseite des Bildstocks war. Der Zerfallszustand sei „dramatisch“, so Sigrist,und einen Wert als Denkmal besitze der mit weichem Stein erbaute Bildstock nicht. Wohl aber als Geschichtsdokument. Nur Eingeweihte vermögen hinter den Wölbungen noch Jesus, Maria und Josef zu erkennen.

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Ortsumgehung bietet weiteren Grund zur Verlagerung

Im Hintergrund passieren Fußgänger mit und ohne Hund die kleine Versammlung, auch etliche Radfahrer. Damit wird bald Schluss sein. Nicht wegen des Neubaugebiets, für das gut hundert Meter entfernt Kanalisationsrohre lagern. Die Ortsumgehung wird mit ihrer Überführung ganz in der Nähe verlaufen; diese Verbindung zwischen Angelmodde-Dorf und Wolbeck fällt weg.

Besser erhalten ist die Rückseite des Bildstocks mit den fünf Wunden Jesu. Vorsichtig wird Fabian Janning in den nächsten Tagen Hand an den Bildstock legen, die eiserne Klammer lösen, die ihn mit der Unterlage verbindet, und alles abtransportieren. Am besten sei der Bildstock stehend zu transportieren und zu lagern, gibt Sigrist noch zu bedenken. Denn der angegriffene Sandstein könne auf Gewichtsverlagerungen empfindlich reagieren. Schnell sind die beiden Fachleute in Fachfragen verwickelt.

Sandstein ist nicht Sandstein

Sandstein ist nicht Sandstein, an die Stelle des recht anfälligen Baumberger Sandsteins könnte Obernkirchener Sandstein treten, oder Ibbenbürener. Wenn sich ein Stein findet, den kein störender roter Streifen durchzieht. Anderer Sandstein neigt zur schwärzlicher Verfärbung, sodass man ihn, wie bei St. Lamberti, leicht für das Opfer eines Brandes hält. Vorsicht ist auch beim Anfertigen der Replik geboten. Es soll kein weiteres Detail zerstört werden.

Erst einmal wird alles Abgebaute trocken eingelagert. Der Winter hätte sonst den Zahn der Zeit arg an dem Bildstock nagen lassen.

Vieles ist noch zu klären, und Überraschungen sind möglich. Was wird die Unterseite der Sandstein-Platte verraten über den früheren Sockel? Ist irgendwo ein direkter Hinweis auf die damaligen Auftraggeber eingemeißelt? Auch der Backstein-Sockel könnte noch etwas enthalten. Das sei allerdings selten gewesen, sagt Sigrist.

Dank an Spender

Die Bildhauer-Familie Ingrid, Fabian und Hubert Janning hat einen erheblichen Teil der Arbeiten gestiftet. Der Dank von Volbers galt auch Plassmann für die Vorarbeit und der Spende der Stadtsparkasse Münsterland Ost. Beate Buttermann, erst seit diesem Jahr in der Filiale an der Münsterstraße in Wolbeck tätig, nutzte gern die Gelegenheit zum Kontakt mit der Ortsgeschichte.

Auch erste private Spenden sind eingetroffen. Gespannt ist Plassmann auf den Planfeststellungsbeschluss zur Ortsumgehung. Denn je nachdem, was dort über die Verträglichkeit des Bildstocks mit dem Flug der Fledermäuse steht, könnte es vom Staat noch etwas Geld für die Verlagerung des Bildstocks geben.

Man soll ihn sehen können

Der Abbau ist nur der erste Schritt. Mehrere Standorte kommen für den Wiederaufbau in Frage, alle im Bereich des Twenhövenwegs. Während das Original Platz in einem Angelmodde Gebäude finden soll, möchten die Heimatfreunde die Replik wieder an einer gut frequentierten Stelle aufstellen.

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