Hauptkläranlage Münster: Land NRW fördert Ausbau

Hauptkläranlage Münster: Land NRW fördert Ausbau
Hans-Jörg Lieberoth-Leden vom NRW-Umweltministerium (Mitte) übergab Stadtbaurat Robin Denstorff (3.v.l.) den Förderbescheid des Landes für den Ausbau von Münsters Hauptkläranlage. Mit dabei der Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau, Michael G

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Neue Reinigungsstufe filtert Medikamentenrückstände und Mikroplastik / Münsters Bevölkerungswachstum Rechnung tragen / Förderbescheid über 35 Mio. Euro

Münster (SMS) Münsters Hauptkläranlage in Coerde wird ausgebaut. Bei weiterhin steigender Bevölkerungszahl in Münster müssen die Kapazitäten der Anlage erweitert werden. Mit einer vierten Reinigungsstufe wird zudem die Reduzierung von Mikroschadstoffen möglich sein. Außerdem sollen durch den Austausch des Belüftungssystems Energie und Kosten eingespart werden.

Die Gesamtkosten des Ausbaus der Hauptkläranlage werden voraussichtlich rund 115 Mio. Euro betragen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert über die NRW-Bank das Projekt mit 35 Mio. Euro. Die Fördermittel für den Ausbau der Hauptkläranlage wirken sich positiv auf die Gebühren aus. Ministerialdirigent Hans-Jörg Lieberoth-Leden, zuständiger Abteilungsleiter vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium, übergab am Mittwoch (27.10.) den Förderbescheid Stadtbaurat Robin Denstorff in direkter Nachbarschaft zur Hauptkläranlage bei einem Besuch in den Rieselfeldern in Münster-Coerde.

„Ich freue mich, dass wir heute mit der Übergabe der Förderbescheide grünes Licht für die Erweiterung der Abwasser- und der Mikroschadstoff-Behandlungsanlage in Münster geben können. Der Ausbau stellt einen Meilenstein in der Abwasserentsorgung und -aufbereitung der Stadt Münster dar und wird zu einer weiteren Schadstoffreduzierung im Wöstebach und letztlich auch der Ems führen“, sagte Lieberoth-Leden.

„Großes Plus für die Münsteranerinnen und Münsteraner“

„Die Förderung der vierten Ausbaustufe an der Hauptkläranlage bedeutet ein großes Plus für die Münsteranerinnen und Münsteraner“, hebt Stadtbaurat Robin Denstorff die Vorteile für die Umwelt hervor. „Mit der Erweiterung der Kapazitäten und den verbesserten Filterfähigkeiten der Hauptkläranlage werden wir den veränderten Anforderungen an die Reinigung des Abwassers gerecht.“

„Die Planung ist so flexibel gestaltet, dass auch zukünftige Ansprüche an die Abwasserreinigung mit weiteren Reinigungsverfahren baulich integriert werden können“, ergänzt Michael Grimm, Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau.

Nach einer rund vierjährigen Planungsphase soll nun in Kürze von der Bezirksregierung Münster die Genehmigung für den Ausbau der Hauptkläranlage erteilt werden. Mit Errichtung der vierten Reinigungsstufe können Mikroschadstoffe wie etwa Medikamentenrückstände und zum Teil auch Mikroplastik im Abwasser reduziert werden. So soll die Gewässerökologie in den Rieselfeldern wie auch in Aa und Ems entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie verbessert werden. Der Ausbau der Hauptkläranlage – 1975 erbaut und 1992 erweitert –  trägt auch dem Bevölkerungswachstum in Münster Rechnung. Durch die Erweiterung sollen die Kapazitäten von 335 000 auf 444 200 so genannten Einwohnerwerten steigen. Der Austausch des Belüftungssystems durch eine effizientere Technologie führt zu einer teilweisen Kompensation des Energiemehrbedarfes durch die vierte Reinigungsstufe.  

Noch in diesem Jahr werden die ersten Bauleistungen für die Maßnahmen an der Hauptkläranlage ausgeschrieben. Der erste Spatenstich soll Ende 2022 erfolgen, der Ausbau der Hauptkläranlage voraussichtlich 2025 abgeschlossen sein.  

Hauptkläranlage in Münster-Coerde

Täglich werden in der Hauptkläranlage in Coerde durchschnittlich 60 000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. 42 Stunden ist das Wasser in der Anlage unterwegs, bevor es geklärt in die Ems fließt. Dabei nimmt sich die Abwasserreinigung natürliche Methoden zum Vorbild. Denn Gewässer haben ein faszinierendes Reinigungssystem, von dem sich viel lernen lässt: Bakterien und Pflanzen nehmen Nährstoffe auf und wandeln sie um, der Boden dient als Filter und reinigt das Wasser mechanisch. Gleiches passiert in der Kläranlage, allerdings mit neuester Technik perfektioniert. Die Hauptkläranlage der Stadt Münster ist heute eine moderne Großanlage. Sie leistet einen wichtigen Betrag zu einem nachhaltigen Umwelt- und Gewässerschutz. Für die Abwasserreinigung arbeiten in Münster rund um die Uhr fünf Kläranlagen, 23 Regenklärbecken, rund 100 Pumpwerke und 250 Kleinpumpwerke.

Foto: Hans-Jörg Lieberoth-Leden vom NRW-Umweltministerium (Mitte) übergab Stadtbaurat Robin Denstorff (3.v.l.) den Förderbescheid des Landes für den Ausbau von Münsters Hauptkläranlage. Mit dabei der Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau, Michael Grimm (2.v.r.), sowie Hans-Jürgen Fragemann (Ministerium), Dr. Ulrich Robecke (Amt für Mobilität und Tiefbau), Ralph Ishorst und Sven Heider von der NRW.Bank (v.l.).
Foto: Amt für Kommunikation, Stadt Münster.