Harte Saiten einer musizierenden Kabarettistin Julia Hagemann wirbelt im Kulturbahnhof Hiltrup mit Tönen und Wortmord

Julia Hagemann mit Musikkabarett im Kulturbahnhof Hiltrup, organisiert von der Kulturbühne/Stadtteiloffensive Hltrup. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Hiltrup. Nur weil eine Frau Musikerin ist und unter anderem Singen kann und Klavier spielt, muss sie noch lange nicht „zart besaitet“ sein. Julia Hagemann bot am Freitagabend im Kulturbahnhof Musikkabarett. „Zart besaitet sollten wir nicht sein“, erklärte zur Begrüßung Annette Paßlick-Wabner von der Kulturbühne Hiltrup an der Seite von Karl Franke, „dann haben wir alle miteinander eine gute Chance, den heutigen Abend zu überleben.“ Tatsächlich geht es mörderisch zu in Hagemann Katastrophen-Limericks, die jedoch als Tatmotiv oder auch als mildernde Umstände anführen können: es reimt sich.
An die frische Luft der Fantasie führt Hagemann die Gäste im vollen Saal auch beim Extrapolieren der zu erwartenden Marathon-Leistungen der Frau. Die habe derart schneller als der Mann zugelegt beim Verkürzen der Laufzeit, dass sie früher als ein Mann die 42 km in 0 Minuten laufen werde.  Makabres widerfährt in „Die Laborantin“ einen Frosch und aus den Effekt verkürzter Wehrdienstzeiten weiß Hagemann abzuleiten, dass eines Tages alle Menschen hinter Büschen sitzen werden, um einander zu überfallen – alle, nicht nur die Männer.
Gesanglich ist Hagemann ebenfalls ein Erlebnis, sie hat’s studiert, man hört es, und spielt ihre Trümpfe kreativ aus, vermittelt wie nebenbei das Wesentliche einer „Passacaglia“. Das Publikum, nicht zu zart besaitet, ließ sich zur Pause die Waldmeister-Bowle schmecken.

 

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