Harmonium konzertiert zu seinem Jubiläum mit Saxophon und Querflöte in St. Bernhard

Münster-Angelmodde. Der Star des Konzerts für Querflöte, Altsaxophon und Harmonium war nicht einfach eine „kleine Orgel“, sondern ein Instrument eigenen Charakters. Am Sonntagnachmittag drehte sich alles um das von der Firma Mannborg 1941, vor 70 Jahren hergestellte Harmonium – und um vier 2011 verfasste Uraufführungen aus der Feder von drei anwesenden Komponisten

Besondere Eigenschaften: das Mannborg-Harmonium

Beim Harmonium lassen sich die Register besser mischen als bei der Orgel, erläuterte Arne Tigges, Organisator des Abends, das von ihm gespielte Instrument. Somit ist es keinesfalls eine Notlösung für die Orgel.
Die Uraufführung von „4 Sketches“, eine Komposition des Saxophonisten Guido A. Neumann,  minimalistisch und kontemplativ, eröffnete das Konzert mit ihm, Martina Reuter an der Querflöte, und dem Harmonium. Rheinbergers „Zwölf Charakterstücke“, schlicht und verhalten, klangen auf dem Harmonium so, wie man es sich im 19. Jahrhundert vorstellte, so Tigges. Auf der Orgel wäre es anders gewesen.

Gespannt und zustimmend verfolgte der Komponist Michael Krischak, in Karlsruhe geboren, die  Uraufführung seines Werks „Ballade in d-moll melodisch“, gesponnen um eine schlichte, zarte, etwas süßte Melodie, viel repetiert, mit Spannung angereichert vom leichte Dissonanzen einbringenden Harmonium, spät noch originell ergänzt vom hohen und langen Ton des Harmoniums, gefolgt vom „Abstürzen“ der Flöte – was mag die Ballade wohl erzählen?

Vor der zweiten Uraufführung von Neumann, dem „Pastorale“, standen wie ein  Gegenstück sehr verhaltene Stücke von Eugène Gigout aus dem „Album Grégorien“. Das hörenswerte Pastorale verarbeitete dann den Klang der kleinen Hirtenschalmei aus Rohrschilf; Neumann schafft hier eine Szene aus der Welt der Schäfer und Hirten, idealisiert zu einem Leben im Einklang mit der Natur. Unter den Klassikern stachen  dann Stücke aus Louis Viernes  „24 Pièces en style libre“ heraus, Pastorale, Rêverie und Canzona. Die Möglichkeiten der so unterschiedlichen Instrumente schöpfte zum Abschluss Tigges mit dem „Reigen“ aus; ein Werk mit klar herausgearbeiteter Spannung.

Ein Harmonium für St. Bernhard

Zur Begrüßung der fast vierzig Zuhörer erinnerte Pfarrer Klaus Wirth an den Weg des Harmoniums nach St. Bernhard. Eigentlich war das Harmonium später für das Von-Galen-Stift vorgesehen gewesen, stand zwischenzeitlich in der Annette-Schule. Und lange habe die „notorisch klamme“ Gemeinde es abgezahlt. Das Harmonium habe sich aber besonders in der Adventszeit und in der Fastenzeit bewährt. So auch bei diesem Konzert, nach dem reichlicher Applaus erklang.

Foto-Strecke Konzert zum Mannborg-Jubiläum in St. Bernhard, September 2011

 

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