Kulturwiesen

Großer Brachvogel auf Kulturwiese 1952
Großer Brachvogel auf Kulturwiese 1952 (Quelle siehe Text).

Von Kunstwiese, Kulturwiese und Parallelen von Brachvogel und Mensch

Von Andreas Hasenkamp. Wiesen kennt man, Kultur auch: Was aber sind “Kulturwiesen“? Einer, der es wissen muss, ist der Brachvogel. Der Große Brachvogel, besser bekannt als Numenius arquata L., hat sich nämlich dank solcher Wiesen gut ausbreiten können, wie anno 1952 J. Peitzmeier aus Warburg berichtet. Das Wort “Kultur” in “Kulturwiesen” kommt vom Bewirtschaften oder eben “Kultivieren” der Wiesen her. Der Brachvogel hat sich “in Verbindung mit einer oekologischen Umstellung ausgebreitet”.

Interessant ist, dass der Autor auch den Begriff der “Kunstwiese” benutzt – da wäre ja nach der “Kulturwiese” noch eine Option für den Schöpfer einer weiteren Veranstaltungsreihe.

Weit interessanter ist eine Parallele zwischen der Nutzung dieser neuen Form von Gelände durch den Vogel und der Nutzung einer Wiese als Veranstaltungsort durch den Homo Sapiens. Hier wie dort gibt es Unterschiede zum “angestammten Biotop” – im Falle des Menschen eher ein Saal. Auch für den Menschen ist die “Kulturwiese” “etwas anderes, Ungewohntes, … an das er sich erst notgedrungen gewöhnte”. Für den Vogel entstand die Not aus der Kultivierung angestammter Biotope, für den Menschen aus der Corona-Gefahr. Wie geht es weiter? Die spekulative Parallele ergibt sich aus dem Text von anno 1952: “Für die in diesem neuen Biotop herangewachsenen
Jungvögel, die sich von Anfang an an diesen neuen Lebensraum gewöhnten, war dann die Besiedlung weiterer Kulturwiesen kein Problem mehr, sondern für sie ebenso selbstverständlich wie für die frühere Generation das Festhalten an Moor und Heide. So wurden der Art zahlreiche neue Biotope erschlossen, die eine starke Vermehrung möglich machten.”

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Quelle zu Kulturwiesen:

Oekologische Umstellung und starke Vermehrung des Großen Brachvolgels (Numenius arquata L.) im oberen Emsgebiet, in: Natur und Heimat. Blätter für den Naturschutz und alle Gebiete der Naturkunde, 12. Jahrgang 1952, 3.  Heft, S. 65-67. PDF

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