Glaube, Hoffnung, Liebe – Uraufführung eines geistlichen Oratoriums in St. Nikolaus

Glaube, Hoffnung, Liebe – Uraufführung eines geistlichen Oratoriums in St. Nikolaus
wolbeck-braeuer-20211107-7630

Teilen heißt kümmern!

Zuletzt aktualisiert 8. November 2021 (zuerst 7. November 2021).

Münster-Wolbeck. Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei seien Elemente des christlichen Glaubens, so Diakon Ralf Bisselik am Sonntag vor dem Beginn des gleichnamigen Oratoriums. Der Urheber des geistlichen Oratoriums war selbst zugegen und spielte das Klavier: der in Wolbeck bereits gut bekannte Felix Bräuer aus Bautzen. Er leitete gemeinsam mit dem Kantor von St. Nikolaus das Konzert mit dem Vokalensemble TonArt, der Sopranistin Annette Richter-Westermann, Alt Katharina Poell-Scharpenberg, Bass Schwarte, Flöte Renate Bacher und Violoncello Sebastian Pietsch. Auf diese Konstellation hatte Bräuer die Komposition zugeschnitten. „Endlich ein Konzert, in das wir gehen können“, „endlich“ habe sicher auch der Komponist gedacht, so Bisselik.
Die drei Elemente liefern nicht nur den Titel, sondern auch die Aufteilung des Werkes. Vorangestellt – und teils wieder aufgegriffen – waren Ola Gjeilos „Northern Lights“ und „Ubi caritas“. Die Texte des Oratoriums sind deutsch und waren im Programm abgedruckt, erleichterten es, den Gedanken zu folgen. Die Vertonung nutzt vielseitig die Möglichkeiten von Soli und Duetten, spiegelt Duette im Klang von Querflöte und Cello, lässt den Chor die Botschaft der Soli aufgreifen und stärken. Nicht unüblich für Bräuer: Moderne Rhythmen, die Vorwärtsdruck erzeugen. Keineswegs verdrängen sie den Gehalt, wenn es im Teil „Hoffnung“ heißt: „Ich wartete auf das Gute, und es kam das Böse; ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis.“ Historische Texte wie von Johann Georg Neumarkt aus dem 17. Jahrhundert finden sich unaufgeregt energisch vertont, ebenso Texte von Heinrich Bone, anderes stammt, von Texten der Bibel geleitet, aus der Feder von Schwarte und Bräuer. Ein Glanzstück, nicht von ungefähr in der Zugabe wiederholt, ist der Hymnus „Das Hohelied der Liebe“ aus dem 1. Korintherbrief des Paulus von Tarsus. Das will Bräuer gern als Angebot für Hochzeiten sehen.
Das Konzert hatte viele Besucher gefunden, die Kapazität von St. Nikolaus war ausgeschöpft. Bräuer freute sich darüber, ebenso über die Reaktion des Publikums. Eine weitere Uraufführung Bräuers hat ebenfalls in St. Nikolaus stattgefunden, die „Missa Sancti Nicolai“, mit Orgel und dem Kirchenchor. Eine andere Uraufführung fand in St. Andreas in Wolfratshausen statt.