Georg Rölver führt zur Eröffnung durch Karten-Ausstellung im Achatius-Haus

Zuletzt aktualisiert 23. Dezember 2015 (zuerst 28. November 2011).

Münster-Wolbeck. Wie sehr die Geschichten hinter den Bildern den Informationswert einer Ausstellung ausmachen können, zeigte sich am Freitagabend im Achatius-Haus. Dort startete der zweite Teil einer Ausstellung von Dokumenten zur Geschichte Wolbecks, diesmal vor allem Landkarten, die älteste von 1603, und Fotomotive von Postkarten.

Der Organisator, Georg Rölver, führte nach einer Einleitung die zwei Dutzend Gäste durch die Exponate, an seiner Seite zum einen Bernd Löckener, ein ehemaliger Förster, ein  Kenner des Tiergartens und aktiv im Stadtheimatbund, der viele Dokumente zur Verfügung stellte. Hinzu kamen zwei, die selbst am Tiergarten wohnen, im ehemaligen Wildhüter-Kotten, Hilde und Ludwig Markfort.

So bekamen die Karten Leben: Wie schwierig es angesichts der weitläufigen Sumpflandschaft war, nach Wolbeck hineinzukommen, die heutige Hauptverbindung von Wolbeck nach Angelmodde, heute die Straße Bilskamp, führte einst „durch die Ackerfurche“. Wie die geplante Angelregulierung  abgeblasen wurde und man sich diese und auch den Rückbau sparte. Von der Knochenarbeit auf dem Esch und warum die zweite Mühle, an deren Standort sich heute die evangelische Kirche befindet, mangels Wind wenig Erfolg hatte. Die sechs Themenkreise der ca. 35 Karten und etwa 40 Fotos: Angelregulierung in vier Abschnitten und Wersebegradigung; Tiergarten; Veränderungen an der Straßenführung der Münsterstraße in Höhe der Abzweigung der neuen Umgehungsstraße;  Wegeverbindungen nach Angelmodde; Mühle Schwegmann/Beitelhoff; Fotos der Ortseinfahrten Wolbecks einst und jetzt.

Einige Besonderheiten: Es wird  ein Foto der Römerbrücke bei Twenhöven – erbaut 1723, gesprengt 1965 – gezeigt, zudem ein Kartenausschnitt von 1745 mit dieser Wersebrücke mit Schlagbäumen und der Furt durch die Werse. Bernhard Sandbothe, Leiter des Aachatius-Hauses, freute sich, dass die Räume in zentraler Lage in Wolbeck wieder eine Ausstellung zeigen.
Bis Januar ist die Ausstellung jeden Tag von 10 bis 17 Uhr zugänglich. Führungen mit Georg Rölver sind nach Verabredung möglich; es sollten Gruppen von wenigstens sechs Leuten zusammenkommen (Tel. 02506 457).

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