Genuss, Gewohnheit, Sucht? Städtische Drogenhilfe setzt auf frühen Kontakt zu Jugendlichen

Zuletzt aktualisiert 25. Februar 2016 (zuerst 29. Januar 2009).

Münster.. Mal ist es Gras oder Hasch, mal Schnaps, mal Pillen oder auch nur die Zigarette – mal will man dazu gehören, gut drauf sein, sich ablenken, stark fühlen. Doch geht es um Jugendliche und Drogen, ist Konsum nicht immer automatisch cool. Darauf setzt die städtische Drogenhilfe mit ihrer neuesten Aktion.

Infokarten in peppigem Layout mit einem „verlockenden“ Hanfblatt auf dem Titel greifen die Zwickmühle auf, in der manche Jugendliche stecken, oft lange bevor von echter Sucht die Rede sein kann. „Manchmal ist Drogenkonsum keine Frage des Wollens, sondern des scheinbaren Müssens, um nicht abseits zu stehen“, weiß Georg Piepel, Leiter der Drogenhilfe. „Das Nein-Sagen eher eine Frage des Mutes als der Angst; der erhoffte Kick ein Albtraum.“ Sein Team, dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster angegliedert, weiß um Zweifel und Zwiespalt, aber auch um Verlockungen und Höhenflüge. Unter dem Titel „Genuss, Gewohnheit, Sucht?“ bietet es sich Jugendlichen als kompetenter und neutraler Gesprächspartner an. Und das nicht erst, wenn es ohne Drogen nicht mehr geht.

Die Erfahrung zeigt, oft sind es erstmal ganz praktische Fragen, die die Jugendlichen bewegen: Kann ich den Führerschein verlieren, wenn ich kiffe? Wie erkenne ich, ob ich abhängig bin? Die Jugendlichen erhalten an der Schorlemerstraße 8 kostenlos Antworten und Informationen und die Möglichkeit, sich über Gerüchte, Ängste, Erwartungen und eigene Motive klarer zu werden. Auch eine individuelle Beratung bei Suchtproblemen wird angeboten. Und bei allem gelten Anonymität und Schweigepflicht.

Die Infokarten mit sämtlichen Kontaktdaten sind in allen weiterführenden Schulen, Jugendeinrichtungen und in der Drogenberatung erhältlich.

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