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Geflüchtete Wissenschaftler aus der Ukraine und Afghanistan forschen an der Uni Münster

Vier neue Stipendien in der Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung

Münster (pm WWU). Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) Münster engagiert sich für gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aufgrund von Verfolgung oder Gewalt nicht mehr in ihren Heimatländern arbeiten können. Die Bewerbung der WWU in der vergangenen Ausschreibungsrunde der Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung war von Erfolg gekrönt. Mit einer Fördersumme von 350.490 Euro können nun vier gefährdete beziehungsweise geflüchtete Wissenschaftler ihre Karriere in unterschiedlichen Forschungsgruppen für 18 bis 24 Monate an der Universität Münster fortsetzen. Bundesweit wurden 20 Stipendien vergeben. Bei einer Feierstunde im Alexander von Humboldt-Haus der WWU überreichte Prof. Dr. Michael Quante, Prorektor für Internationales, Transfer und Nachhaltigkeit, die Urkunden an einen Forscher aus Afghanistan und drei Forscher aus der Ukraine. „Die Wissenschaftsfreiheit ist ein hohes Gut und als Universität Münster setzen wir uns für gefährdete Forscherinnen und Forscher und ihre Familien ein. Gemeinsam mit den Fachbereichen unterstützen wir die Betroffenen“, betont Michael Quante, „dabei ist es uns wichtig, dass sie sowohl beruflich als auch privat eine erfolgreiche und angenehme Zeit haben.“

Landschaftsökologie, Desinformation, Medienrecht, Physik

In diesem Jahr geht die Förderung an den Afghanen Dr. Emal Wali, der die Möglichkeit erhält, in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Otto Klemm des Instituts für Landschaftsökologie im Bereich Wassermanagement, Landwirtschaft und Fernerkundung zu forschen. Drei weitere Stipendiaten aus der Ukraine setzen ebenfalls ihre Arbeit an der WWU fort. Die Juristin Dr. Dariia Opryshko forscht zu den Fragen: Welche Möglichkeiten bietet das Recht, Desinformation in bewaffneten Konflikten einzudämmen sowie welcher Harmonisierungsbedarf besteht im ukrainischen Medienrecht hinsichtlich einer Annäherung an die Europäische Union? Sie arbeitet im Team von Prof. Dr. Bernd Holznagel und Jan Kalbhenn des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der WWU. Die Physiker Dr. Andrey Iljin und Dr. Oleksandr Sobol forschen zukünftig am Fachbereich Physik der WWU. Andrey Iljin arbeitet zum Thema Lichtausbreitung am Institut für Angewandte Physik bei Dr. Jörg Imbrock und Oleksandr Sobol forscht zu theoretischer Teilchenphysik und Kosmologie am Institut für Theoretische Physik bei Prof. Dr. Kai Schmitz.

Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und ermöglicht Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland die Verleihung von Fellowships für Forschungsaufenthalte an gefährdete Forscherinnen und Forscher. An der Universität Münster übernimmt die zentrale Koordination des Förderprogramms das Welcome Centre des International Office. Es bietet den Wissenschaftlern zusätzlich weitere Unterstützungsmaßnahmen an.

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