Ganz zu Allerheiligen: Schenken statt Gruseln

Münster-Wolbeck. Stell dir vor, es ist „Halloween“, es klingelt an der Tür – und es steht keine Horde gruseliger Gestalten vor der Tür. Und die da stehen, wollen nichts bekommen, sondern bringen etwas mit.
So geschah es am Mittwochabend, dem Tag vor Allerheiligen, in Wolbeck. Ein wenig verkleidet waren die zwei Kinder schon, aber mit einem Umhang und je einem Namens-Schild: Zum einen Anna Böckmann als die „Heilige Anna“ und Lara Bernzen: „Ich heiße Lara und mein Stammname ist Larissa“, steht auf dem Pappschild. Sie hat es mit bunten Schmetterlingen verziert und mit Bonbon-Bildern: „Weil es schöner ist“.
Tatsächlich gibt es eine „Heilige Larissa“, eine Märtyrerin aus dem 4. Jahrhundert. Das wusste früher auch die Frau nicht, die diese Aktion ins Leben gerufen hat, Marianna Rustemeier, Lehrerin für Katholische Religion an der städtischen katholischen Nikolai-Grundschule, die die beiden Mädchen besuchen. Rustemeier trug ein weißes Tuch als Kopfbedeckung, wie die Heilige Maria.
Im Unterricht zu den Heiligen knüpft Rustemeier an die Namen der Kinder an; wer möchte, kann am Vorabend von Allerheiligen mitgehen.
Beim Gang von Tür zu Tür stießen sie auf Überraschung und auf Gegenliebe. So war es auch früher schon, berichtet Rustemeier. Vor etwa sechs Jahren begann sie damit, seitdem machten fast jedes Jahr Kinder mit, mal über zwölf, mal drei.
Sie wollen Segen zu den Menschen bringen, so die Botschaft. Neben der Überraschung brachte das Duo drei Dinge mit: Teelichter, gesegnet von einem Priester aus Greven, und aus gelbem Karton geschnittene „Kerzen“: Die zu schneiden hatte der ganze Religions-Kurs mitgemacht. Hinzu kommt ein Text von Mutter Teresa von Kalkutta. Auf dem Weg von der Schule zur ersten Haustür singen die drei ein Lied – und beschließen spontan: Das können wir für die Leute singen.
Ein Lächeln und ein Dankeschön ist die Reaktion eines jungen Mannes, den die drei beim Rauchen einer Zigarette ansprechen. Auch in den Häusern werden sie und ihr Segen freundlich aufgenommen. Viele geben ihnen etwas Süßes mit. Rustemeier berichtet auch aus früheren Jahren: Eine Frau sei abwehrend gewesen, bis klar wurde, dass es nicht um das Grusel-Halloween ging.

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