Galerie Linke zeigt Werke von sechs Neuen Meistern: Phantastische Parallelwelten

Galerie Linke zeigt Werke von sechs Neuen Meistern: Phantastische Parallelwelten

Münster-Wolbeck. Werke von sechs neuen Meistern stellt die Galerie Rudi Fred Linke aus. Alle sechs Künstler stellten sich bei der Vernissage am Samstag einzeln in der Nähe ihrer jeweiligen Werke den Fragen der vielen Gäste zu den  50 Werken, die  sich die „Parallelwelten im Stil der Alten Meister“, so der Einführungsredner Dr. Jörg Bockow, entschlüsseln lassen wollten.

Detailliebe im Dienste phantastischer Ideen

Wie er denn die Farben so zum Leuchten bringe – mit phosphoreszierenden Farben? Nein, erläuterte Michael Krähmer, das geschehe mit normalen Farben, durch   mehrere fast transparente dünne Lasuren.  „Wie die alten Meister, verwendet er dafür eine Harzöl-Lasurtechnik“, erklärte   Bockow. Die sechs neuen Meister eint die Liebe zum Detail, sagt , wie Bockow sagt. Die steht im Dienst einer größeren Idee, nämlich Gefühle zu wecken „wie Sehnsucht und Einsamkeit, Freude und Geborgenheit, aber auch Angst und Misstrauen“.

„Ich zeichne, wie ich atme.“

Eine besondere Technik hat Ines Scheppach entwickelt, die mit Blei- und Buntstift zeichnet, aber so dicht, dass eher Gemälde entstehen. Das ist ihr letztlich unwichtig. Sie beobachtet Menschen, schafft Ensembles von Menschen, Portraits, häufig antiken Sulpturen, deren Thema sich um Schönheit und Altern drehen, um die Suche des Menschen nach der perfekten Form. Technik? „Ich zeichne, wie ich atme.“ An einem Bild „atmet“ sie viel und immer wieder: „Es wächst wie eine Pflanze. Fertig ist es, wenn es verkauft ist.“

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Surreales von Bannuscher und Zademack

Zwei weitere der Neuen Meister sind schon wiederholt in Wolbeck zu sehen gewesen, Gerd Bannuscher und Siegfried Zademack. Auch sie zeigen viele neue Bilder – in ihrem unverkennbaren Stil. Bizarres zeigt Zademack, auch er mit Sinn für Endzeiten.  Als besonders mit Fiktionen arbeitend sticht Roland Heyder heraus, er schafft absurde Welten. Auch hier lohnt sich die Suche nach dem symbolgeladenen Detail, etwa im Werk „Kapitulation“.

Im Ausdruck verwandt ist ihm Joachim Lehrer. Er, so Bockow, entlarve gern das „Alter Ego“ der Zeitgenossen. Lust am Morbiden kommt bei Lehrer hinzu.

Sextett der Neuen Meister

Das Sextett ist sich bei aller Verschiedenheit seiner Ausdrucksweisen, Bilderwelten und Charaktere eng verbunden.   Seit dem Jahr 2000 stellt es mehrmals im Jahr gemeinsam aus. So in Berliner, Bremen, Holland, auch im Wiener Phantastenmuseum. Damals, zur Jahrtausendwende, sei es laut Bockow darum gegangen, „gegen alle aktuellen Trends des Kunstmarktes das Bewusstsein für ältere Techniken zu schärfen, gemeinsam und damit gestärkt gegen den allgegenwärtigen Hype abstrakter und konzeptioneller Positionen anzutreten und dem Realismus zu neuer Beachtung und neuem Ansehen zu verhelfen“.

Die Ausstellung in der Galerie Linke ist bis zum 5. Juli samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr zu sehen.

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