Gäste und Wirte begeistert – Mitarbeiter wieder dabei bei Öffnungen in Wolbeck

Gäste und Wirte begeistert – Mitarbeiter wieder dabei bei Öffnungen in Wolbeck
Freundliche Begrüßung in der Gaststätte Kiepe in Münster-Wolbeck. Foto: A. Hasenkamp

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Zuletzt aktualisiert 4. Juli 2021 (zuerst 18. Mai 2021).

Münster-Wolbeck. „Der Auftakt ist gelungen“, meint am Samstag gegen halb sieben Thomas Wellpott am Einlass zum Biergarten des Restaurants Sültemeyer im Kern Wolbecks. Es ist der Tag der Öffnung der Aussengastronomie in Münster – bei einer Inzidenz unter 50, nämlich 28,5.

Ein bisschen wacklig sah es zwischendurch aus, in der Mittagszeit wegen des wechselhaften Wetters mit deftigen Regenfällen. Die QR-Code-Blöcke für das Einloggen in Apps liegen auf den Tischen, ein Desinfektions-Spender für die Hände steht am Eingang, gerade räumt Bianca Wellpott einen Besen beiseite und ein Windschutz wird angetackert: Beim Restaurant Sültemeyer warten 65 Sitzplätze auf Gäste. Alle draußen, die Tische halten Abstand, Frischluft ist reichlich da.

Einloggen kann man sich wahlweise mit der Luca-App oder der Corona-App – und zur Not auch klassisch auf Papier. Gegen 17.30 Uhr soll sich der Platz vor dem Restaurant an der Münsterstraße füllen, erwarten die Wirtsleute. Vorher will noch der Bezirksbürgermeister vorbeischauen.

Dann sind die reservierten Plätze wie erwartet voll; alles mit Regenschutz ist besetzt. Endlich wieder draußen zu sein, darüber freut man sich bei Familie Schapmann. Aber so zwanglos mit anderen zusammensitzen wie früher könne man doch nicht? „Wir winken uns aus der Ferne zu“, sagt Heike Schapmann. Und man kenne sie ja alle, die hier seien.

In der Kiepe sieht man durch die Fenster der Seitenstraße im Biergarten volle Tische. Im Kneipenraum gibt es nur den Empfang, durch den Gastwirt Guido Huckschlag. Auch er empfängt nach Reservierung und in Zeitabschnitten.

Eine Vierer-Gruppe trifft ein: „Wollen Sie mir bitte ihr Testergebnis zeigen?“ – das geht flott, alle haben die Papiere zur Hand, ob die Bescheinigung über den negativen Test oder den Impfpass mit Nachweis der Zweit-Impfung. „Sie sind gerade vierzehn Tage drüber – herzlichen Glückwunsch.“ „Meine Leute kontrollieren gleich am Tisch einmal, dass alle eingeloggt sind.“ Das geht über die Luca-App; die laufe prima, meint Huckschlag. Die Alternative ist auch hier der Kontakt-Eintrag auf Papier. Die Personalkosten, so Huckschlag gegenüber den WN, lägen ein Drittel höher. [von mehr Personalaufwand berichtet man auch vom Großen Kiepenkerl in Münster]

Einen kurzen Austausch gibt es noch, weil einige am Tag der Öffnung der Außengastronomie in Münster frisch vom Testen kommen – da und dort musste man länger warten. „In Wolbeck war es zu voll“, meint eine Frau. „Ich danke Ihnen recht herzlich.“ – dann bringt der Gastwirt die Gäste zum Tisch.

„Ich stand parat“, sagt Huckschlag zu der kurzfristigen Freigabe, die das Land NRW am Donnerstag bekannt gegeben hatte. „Ich habe lange genug Zeit gehabt.“ Zweimal hatte man sich schon auf eine erwartete Lockerung vorbereitet, im März und April. So habe er kein Problem in der Vorbereitung gehabt. Bierlieferant Mangels aus Angelmodde, Hinkelmann, Beitelhoff, Runtenberg – „alle meine Haus- und Hoflieferanten“ waren sofort wieder dabei. Hinter ihm werden wieder dampfende Teller in den Biergarten getragen. „Ich habe alle Sorten frisch am Hahn.“

Mit dem Verkünden ihrer Öffnung sei die Kiepe besonders schnell gewesen – so wurde der Radiosender 1Live aufmerksam und mehrfach liefen Interviews aus der Kiepe über den Äther – am Freitag bei einer Reichweite von etwa einer Million Menschen, erzählt Huckschlag. Schon vorher hatten etliche nach Reservierungen gefragt; am Freitag war die Liste „voll“.  Für den Sonntag sehe es „sehr gut aus“.

Neun Mitarbeiter arbeiteten am Samstag. Das sei reibungslos gegangen; in den sieben Monaten sei niemand abgesprungen. Das Kiepe-Team ist wieder zusammen. „Wir haben Mega-Spaß. Wir haben getanzt“. Das „erste gezapfte Bier seit sechseinhalb Monaten“ gab es für den Bezirksbürgermeister.

Einen feuchten Spaß hatten er und sein Sohn Lasse sich im Februar gegönnt und mit der Familie gedreht: 35 Liter abgelaufenes Bier ergossen sich über die beiden – und dann gabs zwei Gläser frisches. Das kam gut an auf Facebook.

Bei Regen und Frische waren in Wolbeck die Straßen eher leer. Aber auf dem Weg zum reservierten Tisch, berichtet Klaus Stückmann am Tag der Öffnung der Außengastronomie in Münster, habe er jetzt schon mit sechs Leuten schnacken können.