Frühe Stadtgeschichte von Münster neu präsentiert

Münster.- Ein völlig neues Bild erwartet ab sofort die Besucherinnen und Besucher des Stadtmuseums Münster am Beginn des Rundganges durch die Dauerausstellung "1200 Jahre Stadtgeschichte". Komplett neu gestaltet sind die ersten beiden Kabinette der Schausammlung "Die vorchristliche Zeit" und "Von der Domburg zur Stadt" ab Dienstag, 29. August, wieder für das Publikum geöffnet. Das teilt das Presse- und Informationsamt der Stadt Münster am 25.08.2006 mit.
Neue historische und archäologische Erkenntnisse zur frühen Stadtgeschichte waren Anlass für die Umgestaltung. "Dank der Unterstützung des Westfälischen Museums für Archäologie sind zahlreiche archäologische Funde aus dem 9. bis 12. Jahrhundert neu in die Schausammlung gekommen", freut sich Dr. Barbara Rommé, Leiterin des Stadtmuseums, über die neuen Originale.

Zusätzlich erläutern aufwändige Inszenierungen die Geschichte der Stadt von der vorchristlichen Zeit bis zur Stadtwerdung und ermöglichen den Besuchern einen Eindruck vom Alltagsleben der frühen münsterschen Bürger.

Der Teilnachbau eines sächsischen Wohnhauses zeigt, wie in der Zeit um 800 kleine sächsische Gehöftanlagen aussahen. Archäologische Funde aus der Zeit von etwa 50 000 v. Chr. bis 750 n. Chr. verdeutlichen die Siedlungsentwicklung in der Region. Vor dem Hintergrund einer detailreichen, über zehn Meter breiten Bildrekonstruktion der Siedlung Mimigernaford in der Zeit um 900 präsentieren zahlreiche archäologische Gegenstände das Alltagsleben der damaligen Bevölkerung.

Viel Raum für Bischof Liudger

Ausführlich widmet sich der Ausstellungsbereich dem Leben und Wirken des hl. Liudger, der als Missionar und erster Bischof von Münster die Entwicklung der Stadt stark beeinflusst hat. Das Kloster ("monasterium"), das Liudger in der Nähe einer Ansiedlung mit dem sächsischen Namen "Mimigernaford" errichtete, wurde Keimzelle der  Stadt. Zahlreiche Ausstellungsstücke dokumentieren Liudgers Bedeutung für die christliche Mission sowie seine Rolle als "Stadtgründer" und erster Bischof von Münster. Eine kostbare, als Faksimile ausgestellte Handschrift aus der Zeit um 1100 mit der Lebensbeschreibung Liudgers bildet einen Glanzpunkt des Kabinettes "Von der Domburg zur Stadt".

Die Rekonstruktion wertvoller Gegenstände aus Liudgers Zeit, die möglicherweise aus seinem Besitz stammen – ein Reliquienkasten, der so genannte Liudger-Kelch, eine spätrömische Elfenbeindose und archäologische Funde aus den frühen Kirchen Münsters – vermitteln einen Eindruck von der Ausstattung des Bischofssitzes in der Karolingerzeit.

Die Nachbildung des "Mimigernaford-Denars", der nur in einem Exemplar im Königlichen Münzkabinett zu Stockholm erhalten ist, und zahlreiche seltene Silbermünzen aus der Zeit zwischen 1000 und 1200 machen die Entwicklung der Siedlung zu einem bedeutenden Handelsort deutlich.

Computeranimationen

Computeranimationen ergänzen die eindrucksvollen Exponate und Inszenierungen. Detailreich lässt sich an Bildschirmen die Frühgeschichte der Stadt von etwa 750 bis 1200 n. Chr. nachvollziehen.

Die Umgestaltung der Kabinette wurde gefördert vom Westfälischen Museumsamt LWL, Sahle Wohnen, der Westfälischen Bauindustrie GmbH, der Wohn- und Stadtbau und WestLotto. Außerdem unterstützten folgende Unternehmen wichtige Präsentationen und einzelne Kopien von historischen Gegenständen: LVM Versicherungen, Volksbank Münster, Erdgas Münster, der Verein Münster-Museum e.V., die Stiftung Westfaleninitiative, die Kulturstiftung der Sparkasse Münster und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung.

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